KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 9

SATT UND ZUFRIEDEN

Ohne Brot und ohne Tasche,

ohne Stab und ohne Geld

sandte Jesus seine Jünger

kraft- und geistvoll in die Welt.

 

Um von Gottes Reich zu reden;

Kranke machten sie gesund.

Allen Menschen, die sie trafen,

taten sie von Jesus kund.

 

Nicht einmal ein Hemd zum Wechseln

nahmen Jesu Jünger mit.

Unbeschwert von allen Lasten

gingen sie mit festem Schritt.

 

Und sie fanden viele Freunde.

Mancher nahm sie gastfrei auf.

Dorf für Dorf sprach man von Jesus,

nahm die Botschaft ihren Lauf.

 

Wenn sie nicht willkommen waren

schüttelten sie ihren Staub

von den Füßen und dann ging es

zu dem Nächsten, - mit Verlaub.

 

Ganz begeistert, voller Freude

und erfüllt von dem Gescheh’n

trafen sich die Jünger Jesu.

Mensch, das war ein Wiederseh’n!

 

Sie berichteten von allem

ihrem Meister, ihrem Herrn.

Doch der sprach: „Kommt, lasst uns gehen!

Jetzt braucht’s Zeit für uns intern.“

 

Und so zogen sie sich alle

in die stille Welt zurück.

Etwas abseits von Betsaida

fanden sie ein schönes Stück.

 

Und sie setzten sich zum Rasten

und zum Reden in den Sand.

Alle hofften auf die Ruhe,

dass man Zeit zum Austausch fand.

 

Doch schon kamen ein paar Kranke.

Denn sie hatten es gehört,

wo sie Jesu Mannschaft finden.

Keiner dachte, dass man stört.

 

Jesus ließ sie sich dort lagern,

fragte jeden, wie’s ihm geht,

heilte Kranke, half den Menschen,

weil er ihre Not versteht.

 

Auch die Predigt vom Reich Gottes

traf die Menschen tief ins Herz,

heilte ihren Seelenkummer,

half zurecht bei großem Schmerz.

 

Immer mehr aus allen Dörfern

kamen zu der Stelle hin,

wo sie Jesus selber trafen,

wo sie fanden Heil und Sinn.

 

Ungefähr fünftausend Männer

und die Frauen noch dazu

zählten schon die Jünger Jesu.

Es war aus mit ihrer Ruh.

 

„Schick sie heim in ihre Häuser!“

baten sie den Meister dann.

„Bald wird’s Abend, dann gibt’s Hunger.

Wer will speisen so viel Mann?

 

Lass sie gehen in die Dörfer

und die Höfe um uns `rum.

Ende, Aus für heute Abend

mit dem Evangelium!“

 

Jesus sagt: „Gebt ihnen Essen!

Wie viel habt ihr denn dabei?“
„Nur fünf Brote.“ gab’s zur Antwort.

„Und von Fischen hat es zwei.

 

Doch das reicht nicht! Soll’n wir gehen,

Essen kaufen in der Stadt?

Nur, - wer will denn das bezahlen?

Wer kriegt diese Menge satt?“

 

Jesus sagt: „Lasst sie sich setzen!
Immer fünfzig Mann im Kreis.“

So geschah es; alle folgten;

alle saßen solcherweis.

 

Dann nahm Jesus die fünf Brote

und die Fische in die Hand,

sah zum Himmel, sprach den Dank aus,

ein Gebet an Gott gesandt.

 

Danach brach er alle Brote,

gab’s den Jüngern: „Jetzt teilt aus!

Jeder nehme, jeder esse!

Keiner muss deshalb nach Haus‘.“

 

Keiner weiß, wie es geschehen.

Alle aßen, wurden satt.

Ob vielleicht der ein‘, die andre

noch was in der Kiepe hatt‘?

 

Alle teilten, alle speisten,

keiner ging hier hungrig fort.

Noch zwölf Körbe voller Reste

fanden Jesu Jünger dort.

 

Wer Gott dankt, der ist gesegnet.

Jeder, der mit andern teilt,

spürt, dass Gastfreiheit und Freundschaft

Segen in sich trägt und heilt.

LUKAS 9,1-6 und 10-17   

 

 

VERGLEICHSTEST

 

Man erzählte sich oft die Geschichten.

Was er tat, - das war in aller Munde.

Vieles konnte man von ihm berichten.

Bis zum Fürsten drang von ihm die Kunde.

 

Auch Herodes hörte von den Taten.

Alles über Jesus konnt’ er hören.

Er ist in Verlegenheit geraten.

Was er hörte, musste ihn verstören.

 

Mit Johannes hat man ihn verglichen.

Er sei von den Toten auferstanden.

Da hat doch die Angst den Fürst beschlichen.

Da ging ihm die Ruhe doch abhanden.

 

Einige erzählten, dass sie meinen,

er sei wie Elia aufgetreten.

Nur die Seher könnten so erscheinen.

Vielleicht ist er einer der Propheten.

 

Bei Elia müsste man erwarten

das Gericht und Ende dieser Zeiten.

Wenn durch ihn sich alle offenbarten,

wär’ es Zeit, dass sie sich neu Gott weihten.

 

Immer wieder sind es die Propheten,

die die Fürsten aus der Ruhe bringen.

Doch Herodes führt es nicht zum Beten.

Nur die Neugier brachte es zum Schwingen.

 

„Den Johannes hab ich köpfen lassen!
Wer ist dieser, dass ich von ihm höre?

Vielleicht kriege ich ihn mal zu fassen.

Ich will sehen, ob er mich betöre?!“

 

Gerne wollte er mal Jesus sehen.

Denn er hoffte auf ein Wunderzeichen.

Es ging nicht darum, ihn zu verstehen,

sondern nur um selber zu vergleichen.

LUKAS 9,7-9   

 

 

WER IST JESUS?

 

Einmal wollte Jesus von den Jüngern hören,

was die Leute sagen, wer er selber sei?!

Ob sie ihn verehren oder sich empören, -

das war ihm anscheinend auch nicht einerlei.

 

„Manche reden über dich, du seist Johannes,

dieser Täufer aus der Wüste.“ sagten sie.

„Vielleicht bist du auch Elia? Manchmal kann es

bei dir klingen wie aus alter Prophetie.

 

Deshalb halten viele dich für `nen Propheten,

der schon einmal lebte vor sehr langer Zeit.

Denn sie sehen, was du tust. Man hört dich beten.

Die Propheten leben für die Ewigkeit.“

 

„Was sagt ihr denn, wer ich sei?“ wollt Jesus wissen.

Petrus war mit seinem Mundwerk sehr direkt.

Und so antwortet er einfach hingerissen:
„Du bist Christus! Ich hab Gott in dir entdeckt!“

 

Christus ist der Heiland, den die Welt ersehnte,

der Messias, der den Juden prophezien,

der Erlöser, der in Schriften schon erwähnte,

der Befreier, der in Jesus uns erschien.

LUKAS 9,18-20

 

 

1.LEIDENSANKÜNDIGUNG

 

Er befahl den Jüngern davon nicht zu reden:

„Sagt zu niemandem davon ein Sterbenswort!“

Jesus sprach: „Man wird den Menschensohn befehden,

denn die Hohenpriester planen schon den Mord.

 

Durch die Ältesten und durch die Schriftgelehrten

wird er leiden und als Christus abgelehnt.

Diese werden den Messias falsch bewerten.

Für den Menschensohn wird Tod herbeigesehnt.

 

Und sie töten ihn! Soweit wird es noch gehen.

Auch vor Mord schrecken die Herren nicht zurück.

Doch drei Tage später wird er auferstehen.

Denn er bleibt für immer Gottes bestes Stück.“

LUKAS 9,21+22

 

 

NACHFOLGE

 

Wer mir folgen will, der soll nicht an sich denken.

Wer mir folgen will, der sei dazu bereit,

auch sein Kreuz zu tragen und sich zu verschenken

und sich aufzuopfern täglich, jederzeit.

 

Wer nur strebt, die Seele unverletzt zu halten,

der verliert sein Leben und geht letztlich drauf.

Wem um meinetwillen seine Seele wird zerspalten,

der wird leben finden, der blüht letztlich auf.

 

Wer sein Leben halten will, der wird’s verlieren.

Wer zugrunde geht um meinetwillen bleibt.

Seine Seele wird ganz unversehrt pulsieren,

weil die Gottesmacht das Tödliche vertreibt.

 

Welchen Nutzen würde es für einen haben,

wenn man alles, ja,  die ganze Welt gewinnt,

wenn man sich dabei verliert, wer will die Gaben,

wenn die Seele leidet und vor Gott zerrinnt?

 

Wer sich für mich schämt und auch für meine Worte,

für den schämt sich später auch der Menschensohn,

wenn er sitzt mit Herrlichkeit an jenem Orte

bei dem Vater mit den Engeln auf dem Thron.

 

Ja, ich sage euch, dass einige hier stehen,

die den Tod nicht schmecken, eh sie nicht

Gottes Reich und Herrlichkeit gesehen.

Sie erkennen auf der Erde Gottes Licht.

LUKAS 9,23-27

 

 

KLARHEIT UND VERKLÄRUNG

           

Jesus brauchte für sich immer wieder Stille,

abseits von den Menschen und der Stadt.

Das Gespräch mit Gott, dem Vater, war sein Wille.

Gottes Worte stärkten ihn und machten satt.

 

Manchmal ist er auch auf einen Berg gegangen.

Dabei nahm er einmal noch drei Jünger mit.

Petrus hat an seinen Worten sehr gehangen.

Auch Jakobus und Johannes hielten Schritt.

 

Oben angekommen fanden sie die Ruhe.

Seine Jünger waren müde von dem Tag.

Simon Petrus machte gar nicht viel Getue,

er schlief ein und auch die andern, - wo man lag.

 

Aber Jesus schlief nicht, sondern wollte beten.

Mit dem Vater war er jetzt ganz unter sich.

Die Veränderung ist spürbar eingetreten.

Seine Heiligkeit war jetzt auch äußerlich.

 

Ganz verändert im Gesicht und im Erscheinen,

selbst die Kleidung strahlte weiß und war voll Glanz.

Mensch- und Göttlichkeit, die konnten sich vereinen.

Er verkörperte die heilige Allianz.

 

Plötzlich standen dort zwei Männer ihm zur Seite.

Der Elia und der Mose waren das.

Auch bei ihnen strahlte jene Himmelsweite.

Und sie redeten dort ohne Unterlass.

 

Als der Petrus und die andern zwei erwachten,

sah’n sie Jesus mit den Männern ganz verklärt.

Und sie hörten, wie sie sich Gedanken machten

über Jesu Ende, das ihm widerfährt,

 

was sich in Jerusalem erfüllen sollte,

was der Herr schon ihnen angedeutet hat.

Petrus spürte, dass er dies nicht wollte.

Lieber träumte er von einer Himmelsstadt.

 

„Meister!“ sprach er freudig. „Hier könnten wir wohnen.

Dieser Ort ist gut. Wir wollen Hütten bau’n.

Dieses würde sich doch für uns alle lohnen:

Eine Gottesstadt voll Liebe und Vertrau’n.

 

Häuser bauen wir für jeden der Propheten,

eine Hütte bauen wir hier nur für dich.

Täglich könnten wir hier miteinander beten,

und wir lebten miteinander brüderlich.“

 

Doch er wusste nicht, was er soeben sagte.

Eine Wolke tauchte auf in dem Moment.

Sie erschraken als der Schatten überragte.

Nebel nahm die Sicht am Firmament.

 

In den Bergen können schnell die Wolken kommen.

Trotzdem kriegten alle Jünger einen  Schreck,

denn sie haben eine Stimme noch vernommen.

Gott sprach aus der Wolke wie aus dem Versteck.

 

„Diesen Sohn erwählte ich, den sollt ihr hören!“

sprach die Stimme aus der Wolke kurz und klar.

Trotzdem musste die Erscheinung sie verstören,

Gottes Nähe war für sie so offenbar.

 

Als die Wolke wich stand Jesus ganz alleine.

Sprachlos standen nur die Jünger um ihn `rum.

In Gedanken war man; still schwiegen die Haine.

Über dies Ereignis blieb man lange stumm.

 

Wo Gott redet, kommen Menschen in das Schweigen.

Wo Gott spricht, wird auch Verklärtes wieder klar.

Das Gebet kann in der Ausstrahlung sich zeigen.

Auch im Nebel nimmt man Gottes Nähe wahr.

 

Wenn man betet, ist man nie für sich alleine!

Wer mit Gott spricht, ist schon mindestens zu zweit.

Im Gebet kommt man mit sich und Gott ins Reine.

Im Gebet zeigt Gott uns seine Herrlichkeit.

LUKAS 9,28-36

 

 

HEILUNG EINES JUNGEN

 

„Meister! Ich bitte dich, sieh nach meinem Sohn!

Er ist mein einziger! Mein Sohn ist mein Leben!
Jesus! Ich sage dir, da ist ein Dämon,

der will ihn zerreißen, der lässt ihn erbeben.

Mein Sohn schreit plötzlich auf

Und hat Schaum vor dem Mund.

Ist das sein Lebenslauf?

Mach du ihn doch gesund!

 

Siehe, ich fragte schon bei der Jüngerschar,

ob sie helfen könnten, den Geist zu vertreiben.

Doch sie konnten es nicht. Er scheint unheilbar.

Muss dieses Furchtbare denn jetzt immer bleiben?

Meine Hoffnung bist du!

Blick du nach meinem Sohn.

Es reißt ihn immerzu.

Tritt du doch in Aktion!“

 

„O Volk!“ sagte Jesus, „Du falsches Geschlecht!
Wie lang soll ich hier sein und muss euch erdulden?
Gottlos und ungläubig, bei euch ist nichts recht.

Was bürdet ihr auf euch unendliche Schulden?

Bring du deinen Sohn her.

Ich schaue ihn mir an.

Für Gott ist nichts zu schwer.

Wohl dem der Glauben kann.“

 

Der Geist riss und zerrte und beutelte ihn

g’rad als sie kamen und vor Jesus standen.

Doch Gott hatte Jesus die Kräfte verlieh’n,

den Jungen zu heilen, der Geist ging abhanden.

Mit Worten bedroht er

den Geist, und der verschwand.

Die Menschen staunten sehr,

weil keiner das verstand.

 

Das Volk stand erschrocken, geschockt von der Macht,

die sich ihnen zeigte in Jesus, dem Meister.

Verwundert und staunend hat jeder gedacht:
“Was ist das für einer? Auf den hören Geister!“

Und sie fürchteten sich

vor Gottes Herrlichkeit.

Es war ja öffentlich,

das Kind hat er befreit.

 

„Freunde!“ sagte Jesus, „Sperrt die Ohren auf.

Lasst die Worte wirken, die ich euch jetzt sage:

Denn der Menschensohn wird in dem Lebenslauf

leiden unter Menschen bis zur Niederlage.“

Sie verstanden ihn nicht

und keine Antwort kam,

begriffen nicht die Sicht

und fragten nicht aus Scham.

 

Glaube kommt g’rade nicht durch Wunder herbei.

Oft folgen nur Zweifel und großes Erschrecken.

Und doch: dass Gottes Kraft so wirkungsvoll sei,

das können die Menschen durch Wunder entdecken.

Groß ist die Furcht vor Gott.

Der Mensch fühlt sich ganz klein.

Aus Angst erwächst der Spott.

Davon will Gott befrein!

LUKAS 9,37-45

 

 

STREIT

 

Plötzlich war er da, dieser Gedanke.

Plötzlich saß er tief in ihnen fest.

Plötzlich ging es los, dieses Gezanke.

Steckt sie alle an, so wie die Pest.

 

Jeder sagte von sich nur das Beste.

Jeder dachte von sich selbst sehr groß.

Alle hatten eine weiße Weste.

Jeder meinte, er sei grandios.

 

„Ich hab unter uns den größten Glauben.

Ich bin von uns allen sehr begabt.

Ich kann heilen, - selbst sogar die Tauben! –

Sagt doch, was ihr mehr zu bieten habt!“

 

„Ich bin schon ganz früh mit ihm gegangen.

Mich hat er von Anfang an geliebt.

Segen hab ich viel von ihm empfangen.

Sagt doch, was es Größeres noch gibt!“

 

„Ich hab mir gemerkt die ganzen Fragen!
Alle seine Worte schrieb ich auf.

Mir hat er schon vieles übertragen!

Ich nehm selbst das Leiden gern in Kauf.“

 

„Ich bin einfach lieb und ganz bescheiden!

Ich vergebe andern gern die Schuld.

Mich kann unser Herr bestimmt gut leiden.

Seht ihr nicht, ich habe viel Geduld!“

 

Vieles davon war nur in Gedanken,

doch in ihren Herzen macht sich’s breit.

Unterschwellig sie sich deshalb zanken,

und subtil folgt daraus auch der Streit.

 

Wer der Größte unter ihnen wäre?

Diese Frage greift in ihnen Raum.

Sie vergiftet ihre Atmosphäre.

Noch hält jeder vornehm sich im Zaum.

 

Jesus liest es ab in den Gesichtern.

Er durchschaut die Herzen seiner Schar.

Er erkennt es an den Augenlichtern.

Nichts bleibt ihm verborgen offenbar.

 

Jesus rief ein Kind in ihre Mitte.

Ruhig stellt er das Kind neben sich.

„Schaut nur dieses Kind!“ ist seine Bitte.

Dann erklärt er ihnen meisterlich:

„Jeder, der dies Kind in meinem Namen

in sein Leben und ins Haus aufnimmt,

der nimmt mich auf!“ – sie zu hör’n bekamen,

dann ergänzte Jesus sehr bestimmt:

 

„Wer mich in sein Leben aufgenommen,

nimmt auch auf, den der mich hat gesandt!

Gott ist als ein Kind und Mensch gekommen.

Er hat sich ganz klein euch zugewandt.

 

Wahre Größe haben nur die Kleinen.

Groß ist, wer der Kleinste von euch ist.

Das liegt nicht am äußeren Erscheinen.

Das hängt daran, wie du in dir bist.

 

Wahre Größe können nur die haben,

die als Kleinste unter euch hier sind.

Gott kann euch mit Demut gut begaben,

und ihr seid ihm wahrhaft gleichgesinnt.“

LUKAS 9,46-48

 

 

IN DEINEM NAMEN

 

„Meister!“ sprach Johannes, „Ich sah einen,

der in deinem Namen wirkte hier,

der trieb Geister aus. Doch wie wir meinen,

muss das aufhör’n, denn er folgt nicht dir!

 

Wir versuchten ihn daran zu hindern,

weil er dir nicht folgt und mit uns geht.

Denn er sollte deinen Ruf nicht mindern.

Woher wissen wir, wie der Mann steht?“

 

Jesus sagte: „Ihr sollt ihm nicht wehren!
Wer nicht gegen euch ist, ist für euch!

Ihr braucht ihn nichts besseres zu lehren.

In der Schöpfung wächst auch Wildgesträuch.“

 

Viele wirken in dem Jesus-Namen.

Es ist gut so, denn er bringt das Heil.

Jesus gibt dazu sein Ja und Amen.

Darum achtet auf das Vorurteil.

LUKAS 9,49+50

 

 

ABLEHNUNG

 

Jesus war vielleicht erst dreißig Jahre.

Höchstens drei der Jahre wirkte er.

Seine Reden und das Wunderbare

hatte große Folgen hinterher.

 

Jesus wusste, er muss wieder gehen,

in Jerusalem kommt seine Zeit,

um zu sterben und um aufzustehen,

und er ist dazu vor Gott bereit.

 

Deshalb machte er sich auf nach Süden.

Galiläa ließ er nun zurück.

Er ging schnurstracks ohne zu ermüden.

Viele folgten ihm auch dieses Stück.

 

Sein Gesicht war deutlich ausgerichtet,

fest entschlossen zeigte sich sein Blick.

Er fühlt Gott und Menschen sich verpflichtet.

Heil und Unheil war jetzt sein Geschick.

 

Durch Samaria mussten sie queren.

Doch wo blieben sie die nächste Nacht?

Dieses wollte Jesus vorher klären.

Mit den Freunden hat er nachgedacht.

 

Einige sind deshalb losgezogen,

fragten Samariter nach Quartier.

Doch die waren gar nicht dem gewogen:
“Nein! Ihr könnt bei uns nicht schlafen hier!“

 

Als sie diese Antwort Jesus melden,

sprach Johannes und Jakobus streng:
“Sollen wir das denen gleich vergelten?

Oder siehst du dieses nicht so eng?

 

Wenn du willst soll Feuer auf sie fallen.

Wer uns nicht aufnimmt, der sei verflucht.

Sagtest du das nicht mal zu uns allen?

Heil entgeht schon, wer nicht wird besucht.“

 

Jesus wandt’ sich um, um zu ermahnen.

Er wies seine Jünger schwer zurecht.

„Ich will doch das Heil den Menschen bahnen,

und vernichten will ich kein Geschlecht.“

 

Sie sind in ein andres Dorf gezogen.

Ob es wohl noch galiläisch war?

Jesus hat das Heil der Welt bewogen,

auch wenn man ihn ablehnt offenbar.

LUKAS 9,51-56

 

 

DIE FOLGEN DER NACHFOLGE

 

Wer mit Jesus gehen möchte, braucht viel Mut.

Wer so leben will, wie Jesus, der muss wissen:

das erfordert ganzen Einsatz – absolut,

der muss manches auch im Leben dafür missen.

 

Viele Menschen sprachen ihn an auf dem Weg.

Einer sagte zu ihm: „Ich will mit dir gehen.

Wo du hingehst, komm ich mit dir im Kolleg.“

Jesus zeigte ihm, zu seinem Wort zu stehen: 

 

„Jeder Fuchs hat eine Grube, einen Bau.

Und die Vögel haben Nester unterm Himmel.

Doch der Sohn der Menschen weiß es nie genau,

wo er nächste Nacht liegt unterm Sterngewimmel.“

 

Einen andern sprach er selbst an: „Folg mir nach!“

Dieser hatte seinen Vater g’rad verloren.

Daher kam es, dass er nun zu Jesus sprach:

„Ich will gern dir folgen, hab ich mir geschworen.

 

Doch zuvor muss ich noch trauern, - so ist’s Brauch.

Ich muss erst noch ihn begraben! Herr, erlaube,

dass ich später zu dir komme. Mich braucht auch

die Familie. Das ist Sitte und mein Glaube.“

 

Jesus sagte zu dem Manne: „Lass es sein!

Lass die Toten sich begraben von den Toten.

Komm, erzähl doch vom Reich Gottes! Lad selbst ein

zu dem Leben mit Gott!“ hat er ihm geboten.

 

Noch ein dritter sprach zu Jesus: „Ich folg dir!

Herr, ich gehe hinter dir her. Doch erlaube,

dass ich vorher Abschied nehme im Haus hier.

Nach dem Lebewohl mach ich mich aus dem Staube.“

 

Jesus aber sagte diesem: „Wer die Hand

an den Pflug legt und zurücksieht, ist nicht passend.

Wer sich so schnell lässt ablenken, wird erkannt,

als nicht fähig sich auf Gott ganz einzulassend.“

 

Ob sie trotzdem Jesus folgten? Wer weiß das?

Davon steht in unsrer Bibel nichts geschrieben.

Doch wir spüren, dieses Mitgehn kostet was,

nämlich eindeutiger Wille, ihn zu lieben.

 

Auch die Liebe braucht Entscheidung: Wem folgst du?

Was ist wichtig jetzt: nach vorne oder hinten?

Jesus löst nicht deine Frage, sieht nur zu,

einzuladen, ihm zu folgen, Gott zu finden.

 

Lieber soll’n wir heimatlos sein, - doch mit Gott!

Lieber soll’n wir Heil verkünden und das Leben!

Lieber sollen wir uns lösen aus dem Trott,

statt selbst gottlos tot an Heim und Haus zu kleben.

LUKAS 9,57-62