KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 6

DAS GUTE AM SABBAT

 

Wenn am Freitagabend sich der erste Stern an dem Himmel zeigt,

lässt ein frommer Jude alle Arbeit ruhn, weil die Feier steigt.

Vierundzwanzig Stunden ruht das ganze Land, ruht auch alles Vieh,

ruhen die Geschäfte, denkt er viel an Gott, arbeitet er nie.

 

Schön gedeckte Tische, feierlich geschmückt, alles steht bereit,

Kerzen angezündet, Essen schon gekocht. – Jetzt nimmt er sich Zeit.

Er geht keine langen Wege in die Stadt oder fährt aufs Land.

Nur zur Synagoge geht er zum Gebet. Er ist ganz entspannt.

 

Weil Gott selber ruhte an dem siebten Tag von dem Schöpfungswerk,

ist der Tag ihm heilig, gab er das Gebot, gilt sein Augenmerk:

dass die Menschen ruhen jeden siebten Tag, Zeit haben für ihn,

dass sie ihren Sorgen und dem Alltagstrott regelrecht entfliehn.

 

Immer wieder fragen Menschen bei dem Tag: „Was ist denn erlaubt?“

Und die frommen Juden regelten es stark, hatten fest geglaubt:

Wenn sie alles regeln, hält man das Gebot. Das sei Gott sehr recht.

Doch sie übertrieben es mit dem Gesetz. – Gutes wurde schlecht.

 

Jesus ging am Sabbat einmal durch ein Feld, wo das Korn reif stand.

Seine Jünger folgten, rupften Ähren ab, rieben in der Hand

diese frischen Körner, aßen sie dann auf. Dabei sah man sie.

Und die Pharisäer stellten sofort fest: „Das ist Blasphemie!“

 

Und sie stellten Jesus sich selbst in den Weg und sie fragten ihn:
“Heute ist doch Sabbat! Warum tut ihr das? Ihr kennt die Doktrin:
Ernten ist verboten, Körner dreschen auch! Wisst ihr das denn nicht?“

Jesus stand ganz ruhig, schaut sie offen an. Folgendes er spricht:

„Habt ihr nicht gelesen, was der David tat damals auf der Flucht?

Als er Hunger hatte und nichts sonst da war, weder Fleisch noch Frucht,

da nahm er die Brote vom Altar des Herrn aus dem Gotteshaus,

die allein die Priester essen dürfen nur. Die trug er hinaus.

 

Gab auch seinen Freunden, und sie aßen sie. So ist es geschehn.

Deshalb darf wer hungert oder flüchtig ist auch in Felder gehn,

um dort Korn zu essen auch am Sabbattag. Denn der Menschensohn

herrscht über den Sabbat. Ihm gehört die Macht. Ihm gebührt der Thron.“

 

Dieses rief den Unmut bei den Frommen vor. Denn sie spürten hier:
“Mehr als je ein Priester in dem Tempel galt, mehr als das, was wir,

hält er von sich selber. Er ist Menschensohn. Er nimmt sich heraus,

selbst es zu bestimmen, was am Sabbat gilt und in Gottes Haus.“

 

Ein paar Wochen später, - auch am Sabbattag! – predigt Jesus mal

in der Synagoge. Er lehrt dort das Volk. Es kommt zum Skandal!

Unter all den Menschen war auch jener Mann, dessen rechte Hand

dürr und kraftlos wirkte, wie vertrocknet war. Er stand ganz am Rand.

 

Und daneben standen all die frommen Leut’, Schriftgelehrte auch,

lauerten und schauten, ob er ihn wohl heilt, folgten jedem Hauch.

Wenn er ihn jetzt heilte, dann wär allen klar: Der ist nicht von Gott!

Dann könnt man verklagen diesen Lästerkerl. Der treibt Sabbat-Spott.

 

Doch diese Gedanken fühlt Jesus genau. Er sagt zu dem Mann:
“Komm hier in die Mitte, dass dich alle sehn!“ Und der kam heran.

Jesus fragte alle: „Ist es denn erlaubt, Gutes heut zu tun?

Soll man Leben fördern? Oder böse sein? Nur am Sabbat ruhn?“

 

Er sah in die Runde, sah sie lange an. Jeder spürt genau:
Böses schon zu denken ist wie Schlechtes tun! Ihnen wird ganz flau.

Einen nach dem andern schaute Jesus an. Alle schwiegen still.

„Strecke deine Hand aus!“ sagte Jesus dann. „Heil kommt, wenn Gott will!“

 

Er streckt sie nach vorne. Alle sind gespannt. Und – sie wird gesund!

Doch die Gegner rasen. Wut steigt in den Bauch. Schweigen muss ihr Mund.

Sie beraten später, dann nur unter sich, was man mit ihm macht.

Jesus will man töten, überlegt nur wie. Böses wird gedacht!

 

„Was darf man am Sabbat, an dem siebten Tag?“ so wird oft gefragt.

„Leben zu erhalten und das Gute tun!“ hat der Herr gesagt.

Gut tut allen Menschen Ruhe an dem Tag und dass man ihm glaubt,

auch Werke der Liebe und Werke der Not sind vor Gott erlaubt!

LUKAS 6,1-11

 

 

DIE APOSTEL

 

Manchmal ging er in die Stille,

brauchte Ruhe ganz für sich,

betete zu seinem Vater,

wurde mit Gott inniglich.

 

Einmal stieg er auf den Hügel,

betete die ganze Nacht,

nahm sich Zeit, mit Gott zu reden

und hat alles überdacht.

 

Als es wieder Morgen wurde

rief er seine Jünger her,

wählte zwölf aus ihrer Mitte,

eng Vertraute wählte er,

 

nannte sie auch die Apostel,

die „Gesandten“ sagt man auch,

denn sie war’n geschickte Menschen,-

so war es im Sprachgebrauch.

 

Einmal war da Fischer Simon,

Petrus wurde er genannt.

Jesus selbst nennt ihn „den Felsen“,

das hat er in ihm erkannt.

 

Und Andreas, Simons Bruder,

den erwählte er sich aus,

auch Jakobus und Johannes

aus des Zebedäus‘ Haus.

 

Dann war da Bartholomäus,

von dem wissen wir nicht viel.

Von Philippus und Matthäus

kennen wir schon mehr Profil.

 

Thomas war da,  jener Zweifler

oder Zwilling auch genannt,

und der andere Jakobus

als Alphäus Sohn bekannt.

 

Es gab auch den zweiten Simon.

Er war damals als Zelot

deutlich gegen die Besatzer,

voller Eifer bis zum Tod.

 

Zweimal gab es auch den Judas,

einmal des Jakobus Sohn,

und der and’re, der Verräter.

Anfangs war er kein Spion.

 

Es gab auch noch andre Jünger.

Doch zu Jesu engstem Kreis

Zählten nur die zwölf Apostel,

deren Namen jeder weiß.

LUKAS 6,12-16

 

 

SELIG SEID IHR

 

Eine riesengroße Menge

Menschen kam zu einem Feld

um dem Jesus zuzuhören

unter Gottes Himmelszelt.

Viele Freunde von dem Meister

standen dicht um ihn herum.

Alle drängelten, um möglichst

viel zu spürn vom Fluidum.

Denn von Jesus ging die Kraft aus,

eine Macht die göttlich war.

Alle Kranken spürten Heilung.

Das war wirklich wunderbar.

Deshalb kamen sie auch alle,

aus der Hauptstadt und vom Land,

aus Judäa, Tyrus, Sidon

und sogar vom Küstenstrand.

Kranke suchten bei ihm Heilung.

Kam man mit sich selbst nicht klar,

fühlte man sich wie besessen, -

Jesus heilte dies sogar.

Alle wollten ihn berühren.

Seine Nähe tat schon gut.

Seine Worte gaben Hoffnung.

Seine Kräfte machten Mut.

 

Jesus sprach zu seinen Freunden,

und er sah sie dabei an:
“Selig seid ihr, wenn ihr arm seid;

Gottes Reich ist euer dann.

Selig seid ihr, die ihr hungert,

denn ihr werdet alle satt.

Selig sind auch die, die weinen.

Eure Freude Zukunft hat.

Ihr sollt jubeln und sollt lachen,

auch wenn ihr noch heute weint.

Euer Lohn ist groß im Himmel,

denn Gott ist nicht euer Feind.

Auch wenn Menschen euch hier hassen,

nur weil ihr zu mir gehört,

wenn sie euch total verachten, -

euer Geist ist nicht gestört.

Selig seid ihr, wenn sie schimpfen.

Freut euch, denn den Himmelslohn

werdet ihr von Gott erhalten,

wie auch die Propheten schon.

LUKAS 6,17-23           

 

 

SELIG BIST DU

 

Selig bist du,  der du lachen kannst,

     denn du kannst andere fröhlich machen.

Selig bist du, der du Tränen zeigst,

     denn alle Welt fühlt mit dir.

Selig bist du,  der du verspielt bist,

            denn Kinder werden dich mögen.

Selig bist du,  der du Ängste hast,

denn sie lassen dich neue Wege suchen.

Selig bist du, der du Schmerzen fühlst,

            denn Empfindsamkeit macht dich aufmerksam.

Selig bist du,  der du leiden kannst,

            denn du lebst nicht gedankenlos.

Selig bist du  der du Feinde liebst,

            denn du hast dich selbst überwunden.

Selig bist du, der du Witze machst,

            denn die Welt lächelt dich an.

Selig bist du,  der du nicht allein zurechtkommst,

            denn Gott wird dir helfen.

Selig bist du, der du Fehler hast,

            denn die Zuwendung Gottes gilt dir.

Selig bist du, der du Gott suchst,

            denn das Himmelreich steht dir offen.

LUKAS 6,20-23

 

 

WEHE, WENN IHR LACHT

 

Nicht nur Zuspruch, sondern Anspruch

sind die Worte, die er sagt.

Sie sind richtig provozierend,

auch wenn uns das nicht behagt.

 

„Weh euch Reichen!“ sagte Jesus,

„denn ihr habt schon euren Lohn.“

Deutlich macht er immer wieder:
Reichtum birgt viel Illusion.

Wie viel Armut gibt’s bei Reichen?

Wie viel Sorgen plagen sie?

Ihre Schätze gut zu schützen,

braucht viel Zeit und Energie.

Um den Reichtum voll zu nutzen,

dazu braucht man sehr viel Zeit.

Schwer zu finden ist für Reiche:

Gnade, Gott, Gerechtigkeit.

Liebe kann man nicht erkaufen.

Selig sind sie lange nicht.

Reichen fehlen oft die Werte:

Glaube, Hoffnung, Zuversicht.

Arme Reiche, oft nicht glücklich,

trösten sich mit ihrem Geld.

Ohne Reichtum lebten viele

viel bewusster in der Welt.

 

„Weh euch Satten!“ sagte Jesus,

„denn ihr werdet hungern noch.“

Wenn der Magen auch sehr voll ist,

bleibt im Bauch trotzdem ein Loch.

Wie viel Hunger gibt’s bei Satten?

Wie viel Trägheit, Schicht auf Schicht?

Vor und nachher liegt bei Satten

auf dem Essen viel Gewicht.

Lust am Essen in Gemeinschaft

ist nun wahrlich nicht verkehrt.

Doch bei vielen vollen Satten

wird der Bauch als Gott verehrt.

Wie viel Menschen fressen alles,

stopfen alles in sich rein,

suchen Lust und suchen Leben,

können nicht zufrieden sein.

Besser wenig und genießen,

besser sparsam und gesund,

besser fasten als zu träge,

besser hundert Gramm als Pfund.

Hunger ist die Sucht nach Leben.

Niemand lebt vom Brot allein.

Gottes Worte, gute Nahrung,

lassen uns zufrieden sein.

 

„Weh euch Lachern!“ sagte Jesus,

„weinen, klagen werdet ihr.“

Denn auf Lachen, da folgt Weinen. –

diesen Grundsatz sag ich dir.

Wie viel Lacher spielen außen

ihre Fröhlichkeit nur vor.

Wie viel Leid und wie viel Trauer

steckt oft hinter dem Humor.

Hinter jedem höhnisch Lachen

steckt zutiefst Unsicherheit.

Spöttisch Lächeln, zynisch Grinsen

schafft von selbst ein neues Leid.

Gott kann herzlich fröhlich lachen.

Jesus hatte Lebenslust.

Doch wer lacht nur um zu lachen,

ist sich selbst noch nicht bewusst:

Tränen spülen die Gefühle,

Seelenwäsche muss mal sein.

Und nach Klagen oder Weinen

ist die Luft auch wieder rein.

 

„Weh euch Glatten!“ sagte Jesus,

„weh euch, denen jedermann,

nur wohl redet, nur wohlwollend

niemals Böses sagen kann.

Denn das Gleiche taten damals

eure Ahnenväter auch

mit den falschen der Propheten,

das war immer wieder Brauch.“

Ohne Ecken oder Kanten

reizt man nicht zum Widerspruch.

Neues kann nur dort entstehen,

wo es vorher gab auch Bruch.

Bruch mit alten Traditionen,

Bruch mit der Gesetzlichkeit.

Um den Menschen zu befreien,

braucht es Dreist- und Festigkeit.

Wer es allen Menschen recht macht,

jedem redet nach dem Mund,

der bleibt selber auf der Strecke,

der gibt sich auf - ohne Grund.

Gott hat selber klar geredet,

auch was Menschen nicht behagt.

Auch durch eckig-harte Worte

wird das Heil uns zugesagt.

LUKAS 6,24-26

 

 

WEHE, WEHE, ...

 

Aber wehe euch, ihr Reichen.

Euren Trost habt ihr gehabt.

Wehe euch, die ihr hier satt seid;

später euch der Hunger labt.

 

Wehe euch, die ihr hier lachet,

denn ihr werdet heulen noch.

Weh euch, denen wohlgeredet;

tat man immer schon, - jedoch

 

lobte man stets nur die Falschen,

redete nach ihrem Mund.

Viel Kritik wird der bekommen,

der die Wahrheit hier tut kund.

LUKAS 6,24-26

 

 

SCHWERE AUFGABE

 

Allen, die ihm folgen wollten,

sagte Jesus: „Hört mal her!

Liebt auch die, die euch nicht mögen!
Liebt die Feinde! – Das ist schwer.

 

Segnet die, die euch verfluchen.

Seid auch gut dem, der euch hasst.

Denen, die euch Böses wünschen,

gebt ihr Gutes zum Kontrast.

 

Alle, die euch stark beschimpfen,

nehmt sie auf in das Gebet.

Wenn euch einer schwer beleidigt,

liebt auch ihn so gut es geht.

 

Schlägt dich einer auf die Backe,

halt ihm auch die andre hin.

Klaut dir einer deinen Mantel,

gib dein Hemd ihm als Gewinn.

 

Wenn dich einer um `was bittet,

gib es ihm. Ach, sei so frei!

Und wenn einer dir `was wegnimmt,

lass es ihm und ihm verzeih.

 

Wie wollt ihr behandelt werden?

Geht so mit den Leuten um,

wie ihr wünscht, dass man zu euch ist.

Macht das zum Kriterium.

 

Wenn ihr nur liebt, die euch lieben, -

was ist da Besondres dran?

Machen das nicht alle Menschen?

Das kann schließlich jedermann.

 

Gutes tun, dem der euch gut ist, -

welchen Dank habt ihr davon?

Was ist das für eine Gnade?

- Machen doch die Sünder schon.

 

Leiht ihr dem, der euch zurückgibt,

und ihr leiht, weil ihr das wisst, -

das verdient keine Beachtung.

Das macht auch wer gottlos ist.

 

Vielmehr liebt auch eure Feinde

und tut Gutes und verleiht,

auch wo ihr nichts könnt erwarten,

auch wenn ihr im Nachteil seid.

 

Dann nennt man euch Gottes Kinder.

Euer Lohn wird groß sogar.

Gott ist selbst gut zu den Bösen,

selbst zu dem, der undankbar.

LUKAS 6,27-35 

 

 

DIE FRÜCHTE DES GLAUBENS

 

 

Seid barmherzig zu den Menschen,

weil Gott selbst barmherzig ist.

Richtet nicht, seid nicht zu kritisch,

seid kein saurer Moralist.

 

Dann wird man euch auch nicht richten.

Wenn ihr niemanden verdammt,

wird man euch auch nicht verdammen,

auch Gott selbst nicht, - insgesamt.

 

Gebt, so wird euch auch gegeben!
Und vergebt, was es auch sei!

So wird euch auch selbst vergeben,

und ihr werdet schuldenfrei.

 

Denn man wird euch wieder messen

mit dem Maß, mit dem ihr messt.

Wer viel gibt, dem wird man geben

voll gefüllt und gut gepresst.

 

In den Schoß wird es euch fallen,

haltet nur die Schürze auf:

übervoll das Maß, gerüttelt,

und ein Berg noch obendrauf.

 

Wenn ein Blinder einen Blinden

neue Wege führen soll,

stürzen beide in den Abgrund;

das ist echt verhängnisvoll.

 

Schüler sind nicht mehr als Lehrer.

Schüler wissen auch nicht mehr

als die Lehrer ihnen lehren.

Wo kommt denn die Klugheit her?

 

Siehst du auch den kleinen Splitter,

der im Aug’ des Bruders steckt?

Doch der Balken in dem deinen

hat dich noch nicht aufgeschreckt!

 

Gehst du auch zu deinem Bruder

und sagst zu ihm: „Halte still!

Weil ich dir den kleinen Splitter

aus dem Auge holen will!“

 

Dabei siehst du nicht den Balken,

der in deinem Auge steckt.

O, du Heuchler, gehe in dich!

Nimm erst wahr, was dich verdreckt!

 

Zieh den Balken aus dem Auge,

erst bei dir und sieh dann zu,

dass du hilfst auch deinem Bruder;

Splitter sind dann nicht tabu.

 

Wenn ein Baum von innen faul ist,

sind auch seine Früchte schlecht.

Aber die gesunden Bäume

tragen Früchte gut und recht.

 

Jeden Baum kann man erkennen

an den Früchten, die er trägt.

Feigen pflückt man nicht von Dornen.

Jeder Baum die Früchte prägt.

 

So ist es auch bei den Menschen:

Gute bringen Gutes vor.

Bei den Bösen folgt das Böse.

Was im Mensch steckt, kommt empor.

 

Die Gedanken prägen Taten.

Früchte kommen aus dem Herz.

Denn das Herz, als Ort des Glaubens,

lenkt die Hände, Wort und Scherz.

 

Alles Reden, alles Handeln

kommt tief aus des Herzens Grund.

Ganz egal, ob gut, ob böse:

Was im Herz steckt, spricht der Mund.

 

Ihr tut nicht, was ich euch sage.

Warum sagt ihr zu mir: „Herr!“

Andre leben meine Worte,

sind nicht selbst wie ein Geplärr.

 

Ich vergleiche mal den Menschen,

der auf meine Rede hört,

mit dem Mann, der sich ein Haus baut

und auf gute Arbeit schwört.

 

Der kann nicht schnell fertig werden,

der baut erst ein Fundament:

tiefe Gräben, starke Mauern,

fester Grund und dann Zement.

 

Auch bei starkem Ungewitter,

wenn die Flut kommt, hält es stand.

Denn der Herr, der es geplant hat,

dem war Sturm nicht unbekannt.

 

Wer nicht lebt nach meinen Worten,

wer nur hört und doch nichts tut,

ist wie einer, der beim Bauen

schönes Wetter sieht, nicht Flut.

 

Er baut schnell auf weichen Boden.

Er baut ohne festen Grund.

Als der Sturm kommt, spült der Sand weg,

unter Mauern gibt es Schwund.

 

Das Gebäude bricht zusammen,

Trümmer bleiben nur zurück.

Wer sein Leben baut, muss planen.

Da ist nicht nur Pech und Glück.“

LUKAS 6,36-49