KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 23

 

SCHULDLOS

 

Todesstrafe durfte nur verhängen

der Vertreter der Besatzungsmacht.

Schnell sie wollten den Prozess anstrengen.

Zu Pilatus hat man ihn gebracht.

 

Alle haben Jesus hinbegleitet.

Vor dem Gouverneur gab man dann an:

„Dieser hat das Volk ganz schlimm verleitet.

Er sei der Messias, sagt der Mann.

 

Er verbietet Steuern zu bezahlen.

Er hat sich zum König selbst ernannt.

Er muss sterben!“ – sie zum Schluss empfahlen.

Nun lag alles in Pilatus’ Hand.

 

Dieser stellte Jesus nun die Fragen:

„Sag, ob du der Juden König bist?“

„Ja, du sagst es!“ konnte Jesus sagen.

Darauf sprach der oberste Jurist:

 

„Ich kann keine Schuld an Jesus finden!“

Trotz der Vorwürfe sprach er ihn frei.

Doch die Kläger wollten nicht verschwinden.

Ihre Worte wurden Ketzerei:

 

„Dieser hetzt das Volk auf in dem Lande.

Dieser lehrt das Falsche hier und dort.

Er ist für uns alle eine Schande.

Er verführt die Menschen durch sein Wort.“

LUKAS 23,1-5

 

 

DER SIEG DES SCHWEIGENS

 

Darauf wollte der Pilatus wissen,

ob er denn aus Galiläa wär.

„Dieses stimmt!“ so sagten sie beflissen.

Darauf ging’s mit Jesus hin und her.

 

Der Pilatus wollte ihn nicht richten,

zu Herodes sandte er ihn hin.

Dieser König könnte vielleicht schlichten.

Er war in der Hauptstadt ohnehin.

 

Wenn ein Mann aus Galiläa stammte,

war er dem Herodes untertan.

Dessen Freude auch sogleich entflammte,

dass sie Jesus brachten ganz spontan.

 

Denn ihm war schon viel davon berichtet,

was für Wunder dieser Mann schon tat.

Waren die Geschichten nur erdichtet?

Gab er ihm ein Zeichen ganz privat?

 

Gerne hätte er ihn schon gesehen,

denn er hatte viel von ihm gehört.

Konnte nicht ein Wunder jetzt geschehen?

Seine Hoffnung war noch ungestört.

 

Und er stellte Jesus viele Fragen.

Jesus aber schwieg und blieb ganz still.

Trotz der vielen vorwurfsvollen Klagen, -

von den Priestern kam es hart und schrill.

 

Von den Schriftgelehrten kam es heftig.

Jesus blieb ganz ruhig und er schwieg.

Auch die Hohenpriester klagten kräftig.

Schweigen hatte seinen eignen Sieg.

 

Doch Herodes wurde ungehalten.

Aus der Freude wurde Ärgernis.

Die Soldaten ließ er darauf walten,

und Verachtung sich in ihm verbiss.

 

Weiße Kleider sie um Jesus legten, -

wie beim König wirkte das Gewand.

Weil sie damit Spott beim Volk erregten,

hat man ihn Pilatus so gesandt.

 

Eine neue Freundschaft ist entstanden,

waren sich bisher auch beide feind.

Weil sich beide Fürsten jetzt verbanden,

hat der Spott an Jesus sie geeint.

LUKAS 23,6-12

 

 

DER RICHTER UND DAS VOLK

 

Zu Pilatus ging erneut die Reise.

Wieder wurde Jesus abgeführt.

Und der Pontius rief alle Kreise.

Hass auf Jesus wurde neu geschürt.

 

Dann sprach der Pilatus zu der Menge: 

„Ihr habt diesen Menschen hergebracht,

weil er euer Volk verführt und sprenge.

Ich find nichts, was diesen schuldig macht.

 

Ich hab keine Schuld an ihm gefunden,

und ich habe gründlich ihn verhört.

Auch Herodes konnte nur bekunden,

dass er nichts kaputt macht und zerstört.

 

Er tat nichts, was echt den Tod verdiente.

Schlagen lass ich ihn und geb ihn frei.“ 

Keiner von den Hohenpriestern griente,

und im Volk entstand nur laut Geschrei.

 

Viele Juden wollten, dass er stürbe.

Und sie drangen auf Pilatus ein.

Doch der Römer wurde nicht schnell mürbe

und Ideen hat er obendrein.

 

Damals war es zu dem Passah Sitte:
zum Fest gab man einen Schurken frei.

Deshalb sagte nun Pilatus: „Bitte,

wählt euch einen, mir ist’s einerlei.“

 

Alle riefen wie mit einer Stimme:

„Weg mit Jesus! Gib uns Barrabas!“

Der war Mörder und das war das Schlimme,

Jesus unterschied sich von ihm krass.

 

Der Mann wollte mit Gewalt vertreiben

alle Römer raus aus Stadt und Land,

und als Mörder konnt man ihn beschreiben,

weil man bei dem Aufruhr Tote fand.

 

Diesen Mörder wollten sie befreien.

Alles Volk rief: „Gib uns Barrabas!“

Nur, - Pilatus gab nicht nach dem Schreien.

Er sprach noch mal gegen ihren Hass.

 

Doch sie riefen deshalb nur noch toller:

„Kreuzige den Jesus! Kreuzigt ihn!“

Nur der Römer war noch mitleidsvoller.

Er rief dieses Volk zur Disziplin.

 

„Was hat Jesus Böses denn verbrochen.
Ich fand bei ihm keine Todesschuld!

Welchen Grund gibt’s, ihn zu unterjochen.

Ich versuch zu regeln den Tumult.

 

Euch zuliebe lass ich Jesus schlagen,

danach geb ich ihn dann wieder frei.“

Doch es half nichts gegen ihr Verklagen.

Nur noch schlimmer wurde ihr Geschrei.

 

„Kreuzige den Jesus! Er muss sterben!“

drang es immer lauter nun herauf.

Alle wollten nur noch sein Verderben.

Auch der Römer hielt sie nicht mehr auf.

 

Denn er hatte Angst vor dieser Masse.

Ihr Geschrei nahm schließlich überhand.

Seine Angst war, dass das Volk ihn hasse.

Ihm war dieses Treiben zu riskant.

 

Er nur durfte dieses Urteil fällen.

Er war hier der oberste Jurist.

Er wollt sich nicht mehr entgegenstellen.

Er war auch kein großer Humanist.

 

Er erfüllte schließlich ihre Bitte.

Er ließ Barrabas, den Mörder frei.

Jesus aber nahm man in die Mitte

der Soldaten und der Polizei.

 

Der Pilatus übergab ihn jenen:

„Ihr könnt machen mit ihm, was ihr wollt!“ –

sprach er zu den Juden und zu denen,

die durchs Töten kriegten ihren Sold.

LUKAS 23,13-25

 

 

SEIN KREUZ TRAGEN

 

Auf dem Weg nach Hause kam er von dem Felde,

weil er nämlich Bauer war.

Als er in die Stadt kam sah er viele Leute

und ihm wurde plötzlich klar:

Alle Leute kamen aus dem ganzen Lande,

weil ein großes Volksfest war.

Und man kam nicht weiter durch die engen Straßen,

durch die dichte Menschenschar.

Jeder schob und gaffte, drängelte und fluchte,

so wie heut beim Ausverkauf.

Und wenn etwas hinfiel, ließ man es dort liegen,

keiner hob es wieder auf.

Doch dann sah er plötzlich, wie dort Militär kam.

Ein Mann wurde abgeführt.

Auf dem Rücken musste er den Balken tragen,

an dem er mal hängen wird.

Alle Leute gafften, flüsterten und schimpften,

wie bei einem Terrorakt.

„Was hat er verbrochen?Schau mal da ein Gangster!

Endlich hat man ihn verknackt!“

So hört man sie rufen, flüstern oder schreien

und der Bauer schaut still zu.

Plötzlich geht ein Raunen durch die ganze Menge,

alles ist ganz still im Nu.

Unter seinem Balken liegt der Mann am Boden,

weil er nicht mehr weiter kann.

Die Soldaten stoßen ihn in seine Seite,

keiner fasst den Balken an.

„Komm mal her und hilf ihm!“  schreit einer von ihnen

g'radewegs zu unserm Mann

und so fasst der Bauer, der direkt vom Feld kam 

tatkräftig den Balken an.

Alle könnten denken, er sei selbst Verbrecher.

Macht ihm denn dies gar nichts aus?

Doch er ist gezwungen diesem Mann zu helfen.

So geht‘s aus der Stadt heraus!

Simon von Kyrene, weißt du, was du tust hier

weißt du, wessen Kreuz du trägst?

Es ist Jesus Christus, der sich Gottes Sohn nennt,

dessen Kreuz du dir auflegst.

Jedem von uns Menschen ist auf dieser Erde

irgendein Kreuz auferlegt.

Wichtig ist alleine, dass man wie der Simon

es nach Golgatha hinträgt.

LUKAS 23,26

 

 

WEINT ÜBER EUCH !

 

„Weint nicht über mich! Ach, weint nicht über mich!

Weint doch über euch und eure Kinder!

Denn es kommt die Zeit, da geht’s euch jämmerlich.

Dieses ist dagegen echt gelinder!“ –

 

Solches sagte Jesus kurz vor Golgatha,

rechts und links die Massen in den Gassen.

Als er all die vielen Frauen weinen sah,

wirkte er dagegen sehr gelassen.

 

Und zu ihrer Trauerklage sagte er:

„Ach, beweint euch selbst; die Zeit wird kommen,

wo man glücklich preist, die kinderlos bisher.

Angst um Kinder macht das Herz beklommen.

 

Glücklich nennt man dann die unfruchtbare Frau.

Sehnsucht herrscht, die Erde möge beben.

Berge sollen stürzen, Alltag ist zu grau,

und dem Mensch vergeht die Lust am Leben.

 

Dürr und abgestorben sind die Tage dann.

Alle wünschten sich herbei das Ende.

Hier dagegen grünt das Holz, es geht voran.

Neues wächst trotz aller Widerstände.“

 

Dunkle Ahnung kommt durch dieses Jesus-Wort.

Er will, dass die Menschen in sich gehen:

Nicht nur ihn beklagen, nicht nur diesen Mord,

dass sie selbstgemachtes Unheil sehen.

 

Wenn schon dieser Unschuldsengel leiden muss,

was erwartet dann den wahrhaft Bösen?

Nur das Kreuz setzt zwischen Gott und Mensch das „Plus“.

Nur durchs Kreuz kann Jesus uns erlösen.

LUKAS 23,27-31

 

 

AUFS KREUZ GELEGT

 

Neben Jesus führten sie Verbrecher

zu dem Hügel namens Golgatha.

Auf der Schädelstätte hingen Schächer,

Todeskandidaten starben da.

 

Auch die zwei, die man mit Jesus hängte

wurden an dem Ort aufs Kreuz gelegt.

Eine Masse Mensch sich darum mengte,

weil der Nervenkitzel sie erregt.

 

Sehr viel Volk stand da, um zuzuschauen,

weil das Böse immer fasziniert,

wie sie Nägel durch die Hände hauen.

Menschen reizt g’rad das, was sie schockiert.

 

„Hosianna“ hatten sie geschrieen,

als er einzog in die Gottesstadt.

Als er rausgeführt wird, wurd’ gespieen.

Keiner wurde je durch Schaulust satt.

 

Rechts und links, da hingen Kriminelle.

In der Mitte stand das Kreuz des Herrn.

Jesus sah das Volk an dieser Stelle,

und sein Wort klang wie vom andern Stern:

 

„Vater! Du sollst diesen hier vergeben,

denn sie wissen nicht, was sie hier tun.“

Unterm Kreuz verloste man soeben

seine Kleider an Soldaten nun.

 

Neugier war im Volk ganz stark zu spüren.

Von den Oberen kam auch noch Spott: 

„Andern half er, wollte uns verführen!
Hilf dir selbst, bist du der Sohn von Gott!“

 

Spott kam auch von römischen Soldaten.

Über seinem Kopf, da hing ein Schild,

das hat seinen Urteilsspruch verraten:

„Dieser hier als ‚Judenkönig’ gilt.“

 

„Bist du König,“ riefen sie nach oben:
“Hilf dir selber! Rufe doch dein Heer!“

Einen Schwamm mit Essig sie erhoben:

„Trink davon! Sonst hilft dir niemand mehr!“

 

Einer der Verbrecher, die dort hingen,

sprach zu ihm und lästerte damit:

„Bist du Christus, kann es dir gelingen:
Hilf dir selbst und uns. Wir sind zu dritt.

 

Zeig uns deine Macht! Lass uns nicht hängen!“

kam es selbstsüchtig aus seinem Mund.

„Hör doch auf, den Mann hier zu bedrängen.

Du hängst hier und das hat seinen Grund.“

 

sprach von gegenüber nun der dritte,

und er fragte: „Fürchtest du nicht Gott?

Dieser hängt zu Unrecht in der Mitte!
Und du lästerst ihn mit deinem Spott.

 

Unser Urteil ist zu Recht gesprochen.

Todesstrafe steht auf unsre Tat.

Was hat denn der Jesus hier verbrochen?“

Und er wandt’ sich Jesus zu und bat:

 

„Wenn du in dein Reich kommst, dann gedenke

auch an mich, der neben dir hier hing.“

Jesus sagte: „Hör, was ich dir schenke:

In das Paradies ich dich heut bring.

 

Heute wirst du mit mir dahin kommen.

Wahrlich, dies versichere ich dir!“

Wer beim Kreuz stand hat es auch vernommen:

Lästerung und die Verheißung hier.

 

Mittags wurde plötzlich alles dunkel.

Eine Finsternis zog durch das Land.

In der Menge überall Gemunkel,

Schrecken und Entsetzen jetzt entstand.

 

Diese Finsternis blieb ziemlich lange,

denn der Sonnenschein verlor den Glanz.

Vielen Menschen wurde richtig bange,

denn das Licht der Welt verlor Substanz.

 

Auch der Tempelvorhang ist zerrissen.

Auch das Heiligste war nicht geschützt.

Wo war Gott in diesen Finsternissen?

Hat er seinen Sohn noch unterstützt?

 

Gott war an den Tempel nicht gebunden,

ohne Vorhang war nun alles frei.

Heller wurde es erst nach drei Stunden.

Es erklang vom Kreuz ein letzter Schrei: 

 

„Vater!“ rief der Christus. „Ich befehle

jetzt in deine Hände meinen Geist!“

Dann blies er den Atem aus der Kehle.

Er verstarb. Die Welt gottlos verwaist.

 

Jesu Tod ließ alles finster werden.

Gott blieb nicht gebunden an ein Haus.

Er verlor sein Leben hier auf Erden.

Doch entwickelte sich Heil daraus.

 

Einer spürte in der Sterbestunde:

„Dieser Jesus war ein frommer Mann!“

Dass ein Hauptmann solches führt im Munde,

das erstaunte schon in Kanaan.

 

Er hat diese Hinrichtung geleitet.

Er, als Heide, hat den Herrn erkannt.

Sein Bekenntnis wurde weit verbreitet.

Er hat Jesus Gottes Sohn genannt.

 

Für das Volk war alles nun zu Ende.

Schluss des Schauspiels! Schluss der Vorstellung.

Sie verließen deshalb das Gelände,

schönen Schrecken in Erinnerung.

 

In der Ferne standen die Bekannten,

schauten aus dem sich’ren Abstand hin.

Alle, die sich Jesu Freunde nannten –

Schmerz und Wut und Tränen in sich drin.

 

Auch die Frauen, die an ihm sehr hingen,

standen dort erschüttert und verweint,

die seit Galiläa mit ihm gingen.

Alles ist zu Ende, wie es scheint.

LUKAS 23,32-49

 

 

HANDWERK

 

Jeder Schlag muss sitzen.

Gelernt ist gelernt.

Mit voller Wucht saust der Hammer auf den Nagel,

den es immer weiter hineintreibt.

Es ist seine Aufgabe.

Er erfüllt nur seine Pflicht.

Die Sache hat Hand und Fuß.

Sie muss hieb- und stichfest sein.

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht.

Kein Schlag darf daneben gehen.

Jetzt kommt es auf ihn an.

Viele schauen auf seine Hand.

Die Schläge sind weit zu hören.

Kurze, feste Schläge.

Gefühle darf er nicht haben,

geschweige denn zeigen.

Seine Nerven sind so hart, wie seine Schläge.

Fest liegt der Hammer in seiner Hand.

Es ist sein Beruf.

Er darf sich nicht weigern.

Er kann etwas.

Er ist Meister.

Er führt nur Befehle aus.

Eine handfeste Angelegenheit.

Schonungslos wird jeder gleich behandelt.

Immer tiefer dringt der Nagel durch die Hand ins Holz.

„Vater, vergib ihm, denn er weiß nicht, was er tut!“

LUKAS 23,32-34

 

 

VERGEBUNG

 

Seit Stunden schon hört er den Spott und den Hohn.

Das ist für die Mühe, sein Handeln, der Lohn.

Und trotzdem, er wendet sich über dem Spott

an Jahwe, den Vater, den Herrn und den Gott.

Er schreit zu dem Vater: „Vergib, Herr, vergib!“

Er hat alle Menschen trotz Sünden so lieb,

dass er um Vergebung beim Vater noch bat,

obwohl seine Stimme schon müde und matt

am Kreuze erklang und Vergebung nur schreit

für uns, alle Menschen in Unwissenheit.

 

Totale Vergebung macht Jesus dann wahr,

denn er sagt dem einen Verbrecher ganz klar,

er würde noch heute im Paradies sein,

mit ihm selbst zusammen ziehe er dort heut ein.

Den Tod schon vor Augen kann er noch nicht ruhn.

Er ist stets bemüht `was für andre zu tun

und liebt diesen Mörder, der neben ihm hängt

und der Jesus bittet, dass er an ihn denkt.

So hilft er auch heute dem Mensch vor dem Tod,

indem er ihm tröstend den Weg weist zu Gott.

LUKAS 23, 34-43

 

 

JESU GRABLEGUNG

JOSEF AUS ARIMATHÄA

 

Der Hohe Rat hat Jesu Tod beschlossen.

Es waren Juden, seine Volksgenossen.

Wir können kaum was von den Männern wissen,

von den Gedanken und ihrem Gewissen.

Wir kennen nicht mal alle ihre Namen

und wissen auch nicht, woher alle kamen.

 

Nur von dem einen können wir ihn lesen,

er ist aus Arimathäa gewesen.

Und er heißt Josef, das ist uns berichtet.

Damals hat er dem Rat nicht beigepflichtet

als sie das Urteil über Jesus sprachen,

als sie mit Worten und mit Blicken ihn erstachen.

Denn – so steht es von Josef noch geschrieben –

er war ein frommer, guter Mann geblieben.

Er war durch seine Stellung nicht entartet,

und er hat nur auf Gottes Reich gewartet.

 

Nach Jesu Tod ist er dorthin gegangen,

wo er auf Golgatha am Kreuz gehangen.

Zuvor hat er Pilatus d’rum gebeten,

-        der hat die Macht der Römer damals dort vertreten –

dass er den Leichnam von Jesus bekäme,

weil er ihn zu sich in sein Grab mitnähme.

Pilatus hat ihm dieses auch gestattet.

 

Und Josef hat die Leiche dann bestattet.

Er nahm ihn ab vom Kreuz. – Das war nicht üblich.

Doch war der Ratsherr selber so betrüblich,

dass er nicht wollte, dass er am Kreuz bliebe.

Er spürte damals: hier hing Gottes Liebe.

Er nahm ihn ab und wickelt ihn in Leinen.

Traurig war ihm zumute und nach Weinen.

 

In einem Felsen war ein Grab gewesen.

Das hatte Josef für sich auserlesen.

Es war ganz neu und gar nichts sprach dagegen,

den Leichnam Jesu in das Grab zu legen.

 

Während er dies tat folgten viele Frauen

aus Jesu Anhang. Diese wollten schauen,

wohin er ihren toten Jesus brachte,

und wie er die Bestattung für ihn machte.

Nachdem man schließlich dann das Grab geschlossen

und viele Tränen um den Herrn vergossen,

kehrten sie um; sie wollten noch bereiten 

ganz frische Salben und Öl-Flüssigkeiten,

um später Jesu Leiche einzuschmieren,

mit diesen Ölen ihn zu balsamieren.

 

Sie konnten auch nicht länger mehr verweilen,

denn es war Rüsttag, und sie mussten eilen.

Am heil’gen Sabbat durften sie nichts tuen.

Sie wollten deshalb fertig sein und ruhen.

So wie es die Gesetze für sie schrieben,

sind sie am Sabbat still zu Haus geblieben.

LUKAS 23,50-56