KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 21

 

ZWEI MÜNZEN

 

Ohne Mann und ohne Hilfe, ohne Rente, ohne Geld

waren Witwen arme Frauen, waren ziemlich schlecht gestellt,

mussten betteln oder putzen, mussten – ganz egal wie alt –

für das Essen täglich schuften, für den Lebensunterhalt.

 

Neben ihrer inn’ren Leere, neben Trauer, Einsamkeit,

gab’s für Witwen wenig Hilfe, machten sich die Sorgen breit.

Hatten sie auch keine Kinder war es ganz besonders schwer;

und je älter und je kränker gab es keine Hilfe mehr.

 

Eines konnte niemand rauben: ihren Glauben, ihren Gott!

Dieses starke Gottvertrauen half auch in der größten Not.

Immer wieder ging’s zum Tempel. Durch Gebet gab’s neue Kraft.

Die Gespräche und die Ruhe waren für sie Lebenssaft.

 

Eines Tages war im Tempel Jesus mit der Jüngerschar.

Er stand dort, wo auch der Kasten für die Geld-Kollekte war.

Und er schaute, sah die Menschen, wie sie opferten, -  nicht schlecht.

Er sah viele reiche Leute. Was sie gaben, war schon recht.

 

Dann sah Jesus eine Witwe. Diese gab zwei Münzen rein.

Münzen von geringster Sorte, vom Betrag her wirklich klein.

Doch es war die ganze Habe, alles, was sie noch besaß.

Jesus sah das und dann sprach er: „Mancher gibt mit großem Maß.

 

Mancher gibt vom Reichtum Opfer. Doch die arme Witwenfrau,

gibt von ihrer Armut alles! Ich erkenne das genau.

Sie gab wirklich mehr als alle, denn sie legte damit sich

in die Hände uns’res Vaters. Dieses hier bewunder‘ ich.“

 

Seitdem Jesus damals lebte ist es für die Christen Pflicht,

sich der Witwen anzunehmen. Denn sie brauchen Zuversicht.

Deshalb setzte man schon damals viele Diakone ein,

die den Witwen Essen brachten und auch halfen allgemein.

LUKAS 21,1-4

 

 

JESU REDE ÜBER DIE ENDZEIT

 

„O, wie schön sind alle diese Bauten,

diese Tempel, auch die Kirchen und das Schloss!“
Einige bewunderten und schauten

die Paläste bis hinauf zum Dachgeschoss.

 

Menschen schufen sie mit großer Zierde.

Alle Bauten waren wunderbar geschmückt.

Man stand tief ergriffen, voll Begierde

aufzunehmen, was den Baumeistern geglückt.

 

Jesus sprach: „Das alles wird nicht bleiben.

Es kommt eine Zeit, wo das, was ihr hier seht

ganz zerbrochen wird. Ich kann’s beschreiben,

dass dann kein Stein auf dem anderen mehr steht.“

 

Alle fragten ihn: „Wann wird das geschehen?

Gibt es Zeichen vorher, die man sehen kann?

Wie lang wird die Erde noch bestehen?

Kannst du sagen etwas zu dem ‚Wie‘ und ‚Wann‘?“

 

„Lasst euch nicht - durch niemand – irre machen.

Lasst euch nicht verführen!“ hat Jesus gesagt.

„Es gibt Aufruhr, Krieg und andre Sachen.

Über Erdbeben und Seuchen wird geklagt.

 

Viele kommen unter meinem Namen,

und sie werden sagen: ‚ Jetzt ist diese Zeit!‘

Glaubt es nicht, auch wenn sie mich nachahmen.

Es ist nicht das Ende. Noch ist’s nicht soweit.

 

Ein Volk wird sich über andre heben.

Gegen Länder steht und kämpft ein andres Reich.

Erdbeben und Schrecken wird es geben.

Doch das ist noch nicht der Erde Zapfenstreich.

 

Wer mir nachfolgt, dem wird man nachspüren.

Wer mich liebt, der wird von dieser Welt gehasst.

Man wird euch den Königen vorführen.

Man wird euch verfolgen. Ihr kommt in den Knast.

 

Eltern, Freunde werden euch verraten.

Es kann sein, dass euch ein Bruder denunziert.

Ihr müsst sterben wegen ihrer Taten.

Ihr gewinnt das Leben, wenn ihr es verliert.

 

Vor Gericht will ich euch Weisheit geben.

Ihr sollt Zeugen sein von dem, was ihr gehört.

Und am Ende sollt ihr es erleben,

dass zum Schluss auch der schweigt, der sich an mir stört.

 

Schließlich gibt es an dem Himmel Zeichen:
Mond und Sonne und die Sterne ändern sich.

Angst greift um sich. Freude wird Furcht weichen.

Und die Völker, die verzagen jämmerlich.

 

Wenn die Kräfte dieses Himmels wanken,

Menschen ratlos schlimmste Katastrophen droh’n,

wenn vor Furcht sie sterben und erkranken:

dann seht ihr das Kommen von dem Menschensohn.

 

Und wenn dieses anfängt zu geschehen,

dann erhebt die Häupter, weil Erlösung naht.

Hoch die Köpfe, und ihr werdet sehen:

Er kommt kräftig, herrlich und mit großer Gnad‘.

 

Bei den Bäumen wisst ihr, wenn sie treiben,

wenn sie Blätter zeigen: Bald ist Sommer da!

So auch wenn ihr seht, was wir beschreiben,

dann erkennt und wisst ihr: Gottes Reich ist nah!

 

Hütet euch die Herzen zu beschweren

mit den Alltagssorgen und mit Weh und Ach,

nur um Essen, Trinken sich zu scheren;

betet lieber und bleibt allzeit vor Gott wach!

Nur so könnt ihr alledem entfliehen.

Stärke wächst euch, wenn ihr steht vor’m Menschensohn.

Alle eure Schuld wird euch verziehen,

wenn ihr tretet in den Himmel vor den Thron.

 

Auch wenn Erd und Himmel einst vergehen,

meine Worte bleiben und vergehen nicht.

Vor dem Menschensohn werdet ihr stehen;

dann erkennt und seht ihr Gottes Angesicht.

LUKAS 21,5-36

 

PREDIGT UND KLAUSUR

 

Schon mit zwölf war er im Tempel.

Der war seines Vaters Haus.

Doch zum Schlafen in den Nächten

ging zum Ölberg er hinaus.

 

Tags im Tempel, nachts am Ölberg,

so verbrachte er die Zeit,

hier zum Lehren, dort zum Beten,

hier das Volk, dort Einsamkeit.

 

Stadt der Menschen, Berg der Stille, -

gegensätzlich war das schon.

Tags die Arbeit, nachts die Ruhe, -

ja, so lebte Gottes Sohn.

 

Alte Mauern, alte Bäume,

hier Gebäude, dort Natur,

Haus des Vaters, Himmelsweite,

Predigt folgte der Klausur.

 

Ort zum Reden, Ort zum Schweigen, -

geben kann nur der, der hört.

Hier das Laute, dort das Leise,

hier gefragt, dort ungestört.

 

Früh am Morgen liefen alle

schon zum Tempel, zu ihm hin,

um zu hören, was er lehrte.

Jedes Wort war ein Gewinn.

LUKAS 21,37+38

 

 

DER VERRAT DES JUDAS

 

Ohne Aufsehn sollte es geschehen,

heimlich und am besten in der Nacht,

dann, wenn nur ganz wenige es sehen,

- dieses hatten sie so abgemacht.

 

Denn sie fürchteten sich vor der Menge.

Dieses Volk war unberechenbar.

Und sie planten ohne Handgemenge,

ohne viele Leute - das war klar!

 

Schriftgelehrte und die Hohenpriester

trachteten danach, zu töten ihn.

Diese Menschen waren kleine Biester,

trotz Moral und frommer Disziplin.

 

Während sie im Stillen überlegten,

wie man Jesus heimlich töten kann,

kam zu ihnen Judas ganz verwegen

und bot ihnen seine Hilfe an.

 

Eigentlich ein Jünger von den Zwölfen.

Eigentlich hing er dem Jesus an.

Wenn ein Schaf geht zu den bösen Wölfen,

wer weiß, was dem dann passieren kann.

 

Was war in den Menschen nur gefahren?

Was trieb ihn zu diesen Leuten hin?

Sah er nicht, dass sie Verbrecher waren?

Sah er denn nicht ihren Eigensinn?

 

Waren es die 30 Silberlinge?

Machte Geld den Menschen so korrupt?

Oder gab es da noch andere Dinge

für den Seitenwechsel so abrupt.

 

War er denn mit Jesus nicht zufrieden?

Hatte er auf anderes gehofft?

War er zu den andern so verschieden?

Hatten sie sich ständig nur gezofft?

 

War der Teufel so in ihn gefahren,

dass er mit sich selbst nicht einig war?

Blieb nichts hängen von den letzten Jahren?

Wieso war das in ihm unheilbar?

 

Welche Kräfte war‘n in ihm am Werke?

Welche Macht verändert Menschen so?

Was hat über ihn denn solche Stärke?

Wird er jemals seines Lebens froh?

 

Mit den Priestern und mit ihren Leuten

sprach er ab, wie man es machen kann,

welches Zeichen kann für sie bedeuten,

jetzt könnt ihr ihn fangen, diesen Mann.

 

Er verriet den Rabbi und den Meister,

suchte nur nach der Gelegenheit.

Dieser Satan in ihm, diese Geister

brachten ihn zu jener Dreistigkeit.

 

Konnte Jesus nichts dagegen machen?

War es so, dass es so kommen muss?

Er warf sich dem Bösen in den Rachen

und verriet ihn schließlich mit dem Kuss.

LUKAS 22,1-6

 

 

ABENDMAHL

 

Es war am Tag bevor das Passahfest begann.

Es wurden überall schon Brote vorbereitet.

Das Passah fing am Abend mit dem Essen an,

auch zur Erinnerung: Gott hat sein Volk geleitet.

 

Zum Fest gab’s Lammbraten, wie damals zu der Zeit,

als Gott sie aus Ägyptens Unterdrückung führte.

Er hatte sie so aus der Sklaverei befreit,

dass diese Sitte, Brot und Lamm, noch daher rührte.

 

Es war am Tag als Jesus mit den Jüngern sprach.

Zu Petrus und Johannes sagte er indessen:

„Geht in die Stadt hinein und schaut doch bitte nach,

dass ihr das Passahlamm bereitet uns zum Essen.“

 

Sie fragten: „Wo willst du es? Wo soll das geschehn?

Wo sollen wir es für die Gruppe vorbereiten?“

Er sprach: „Ihr werdet einen Wasserträger sehn,

wenn ihr zur Stadt kommt, folgt ihm, lasst euch von ihm leiten.

 

Geht in das Haus, in das er geht. Sagt seinem Herrn:

‚Dich lässt der Meister fragen: wo ist Raum zum Speisen?’

Er wird euch zeigen einen Saal im Haus, nicht fern,

dort auf den Polstern kann man feiern und Gott preisen.

 

Dort sollt ihr vorbereiten unser Lamm fürs Fest

und Brot, das ungesäuert wir am Abend essen.“

Sie fanden alles vor: den Mann, den Saal, den Rest,

so wie vorausgesagt, entsprechend den Int’ressen.

 

Am Abend setzte sich dort Jesus in den Kreis.

Mit seinen Jüngern wollte er das Passah halten.

Auch die Apostel nahmen Platz auf sein Geheiß.

Und dann fing Jesus an die Feier zu gestalten.

 

Er sprach zu ihnen: „Ich hab mich danach gesehnt,

das Passahlamm zu essen hier in eurer Mitte

bevor ich leiden muss. Und es sei noch erwähnt:

bis Gottes Reich kommt halt ich nicht mehr diese Sitte.“

 

Er nahm den Kelch mit Wein und sprach das Dankgebet.

„Nehmt diesen Kelch!“ sprach er, „und feiert miteinander!

Wein trink ich nicht mehr bis ihr Gottes Herrschaft seht.

Erst wird erfüllt, dass ich zu meinem Vater wander.“

 

Er nahm das Brot, er dankte, brach’s und teilte aus.

Er sprach: „Das ist mein Leib, der wird für euch gegeben.

Wenn ihr so feiert, bin ich auch bei euch zu Haus.

Nehmt dieses Brot in euch. Ich schenke euch mein Leben!“

 

Dann nahm er auch den Kelch und sprach: „Das ist der Bund!
Der wird mit meinem Blut für immer nun geschlossen.

Denkt, wenn ihr feiert, immer an den Hintergrund:
Für euch und eure Sünden wird mein Blut vergossen.

 

Mit uns am Tisch sitzt der Verräter hier im Kreis.

Es ist beschlossen: Ich, der Menschensohn, muss sterben.

Doch weh dem, der verrät, obwohl er’s besser weiß.

Wer Gott verrät, läuft in sein eigenes Verderben.“

 

Die Jünger fingen an zu fragen, wer das wär?

Sie fragten sich sofort, wer würde so was machen?

Sie gingen in sich und ihr Herz, das wurde schwer.

Die Feier wurde ernst und es verging das Lachen.

LUKAS 22,7-23

 

 

WER IST DER GRÖSSTE?

 

Die Jünger stritten sich, wer wohl der Größte sei!?

Wer aus der Runde sollte immer vorne sitzen?

Es war so richtig eine Wichtigtuerei.

Sie konnten sich mit dieser Frage sehr erhitzen!

 

Wer wird die Gruppe führen? Wer ist gut begabt?

Wer wird in Gottes Reich ganz dicht bei Jesus stehen?

Sie hatten um die Fragen richtig Streit gehabt.

Ganz anders Jesus. Er verstand die Sicht zu drehen.

 

„Die Könige“ sprach er, „die herrschen allemal.

Mit Macht und Größe lassen sie sich vom Volk ehren.

Die Menschen loben Diktatoren als genial.

Auch Unterdrücker meinen Wohltaten zu mehren.

 

Nicht so bei euch! Der Maßstab soll ein andrer sein.

Es soll bei euch kein solcher Streit sein, wie bei ihnen.

Bei euch soll groß sein, wer noch jung ist und wer klein!

Und wer hier vornehm sein will, der soll allen dienen.

 

Der Herrscher gilt euch mehr als nur der kleine Mann.

Der an dem Tisch sitzt ist doch höher als der Sklave.

Ich aber will euch dienen, nicht wie ein Tyrann.

Ich werde leiden als ein Hirte für die Schafe.

 

Auch in Gefahr und schweren Zeiten seid ihr treu.

Ihr seid bei mir trotz aller Anfechtung geblieben.

Weil ich mich über dies Verhalten von euch freu,

wird euch das Reich von meinem Vater auch verschrieben.

 

Mit mir zusammen sollt ihr herrschen dort im Reich.

Ihr sollt an meinem Tisch dann essen und auch trinken.

Auf Thronen sitzen wir und richten dort zugleich

die Stämme Israels zur Rechten und zur Linken.

LUKAS 22,24-30

 

 

FÜRBITTE ALS GLAUBENSSTÄRKUNG

 

Wer weiß, wie fest ein Mensch in seinem Glauben steht?

Wer kann für seinen Glauben selber garantieren?

Weil es im Glauben nicht nur um den Willen geht,

besteht Gefahr, ihn durch Versuchung zu verlieren.

 

Und deshalb brauchen wir Ermutigung durch Gott.

Wir sollten uns im Glauben gegenseitig stärken.

Wenn Jesus für uns betet, geh’n wir nicht bankrott.

Der Glaube zeigt sich dann in unsern guten Werken.

 

Deshalb sprach Jesus einst zu Petrus hingewandt:
“Simon! Ach, Simon! Es will Satan euch versuchen.

Er will die Spreu vom Weizen trennen eklatant.

Ich hab für dich gebetet gegen Satans Fluchen.

 

Auf dass dein Glaube nicht aufhöre, bete ich.

Wenn du dich einst bekehrst, so stärke dann die Schwachen.

Dann kannst du für sie da sein – ganz geschwisterlich,

dann kannst du Trost zusprechen, ihnen Mut auch machen.“

 

Doch Petrus sprach zu ihm: „O, Herr, ich bin bereit,

mit ins Gefängnis oder in den Tod zu gehen.

Ich will dir folgen – überall und jederzeit.

Ich möchte bei dir bleiben, immer zu dir stehen.“

 

Darauf sprach Jesus zu dem Petrus: „Ich sag dir,

ich kann dir deine allernächste Zukunft nennen:

Noch eh der Hahn kräht stehst du dreimal nicht zu mir.

Du wirst vor andern sogar leugnen, mich zu kennen.“

LUKAS 22,31-34

 

 

AUF ALLES VORBEREITET

 

„Habt ihr je Not gehabt, als ich euch ausgesandt?

Ihr wart doch ohne Taschen, ohne Geld und Schuhe!?“

- das fragte Jesus zu den Jüngern hingewandt.

Und jeder sprach: „Mir fehlte nichts, was ich auch tue:“

 

„Jetzt wird es anders!“ sagte Jesus daraufhin.

„Jetzt braucht ihr euer Geld und ebenso die Taschen.

Wer das nicht hat, verkauf den Mantel mit Gewinn.

Kauft euch ein Schwert, zieht an Sandalen und Gamaschen.

 

Nicht nur in eurem Glauben werdet ihr versucht.

Jetzt wird vollendet, was Propheten früher schrieben:

‚Man nennt ihn Übeltäter. Er gilt als verrucht.

Man rechnet ihn sogar zu Mördern und zu Dieben.’

 

Jetzt wird erfüllt all das, was über mich dort steht.

Jetzt kommen auch für euch von außen die Gefahren.

Seid darauf vorbereitet handfest und konkret.

Mein Ende wird sich jetzt für alle offenbaren.“

 

Die Jünger sprachen: „Herr, sieh her, wir haben zwei.

Zwei Schwerter sind schon im Besitz von unsrer Gruppe.“

„Es ist genug!“ war seine Antwort. „Nun es sei!
Wir wollen geh’n!“ und er zog los mit seiner Truppe.

LUKAS 22,35-38