KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 19

 

"ZACHI"

 

Zachi surft  im Internet.

Er kennt sich mit Computern aus.

Den ganzen Tag sitzt er am Bildschirm,

in seiner Hand hält er die Mouse.

 

Die Tastatur bedient er spielend.

In Online-World kennt er sich aus.

Mit aller Welt ist er verbunden,

nur sonst ist er allein zu Haus.

 

Er sammelt Daten,  schreibt Programme

und das verkauft sich ziemlich gut.

Sein Konto wächst.  Er hat `ne Firma.

Auch zum Betrug hat er den Mut.

 

Er spickt mit Viren die Programme.

Er tut als Hacker sich hervor.

Er nutzt das Netz ohne zu zahlen.

,,Das tut doch jeder" - tönt' s im Ohr.

 

Mit Modem und mit Telefon,

mit Hard- und Software ist er wer!

Die Mailbox füllt sich immer wieder.

Nur in ihm selbst,  da  ist's so leer.

 

Er hat nicht Freund und auch nicht Freundin.

Die ganze Zeit ist er allein.

Ist das Computernetz auch riesig

 - im Grunde fühlt er sich ganz klein.

 

An einem Tag geht er mal  joggen.

Das tut ja auch dem Kreislauf gut.

Er sieht die Leute einer Demo.

Und er bewundert deren Mut.

 

Sie engagieren sich für Frieden.

Sie singen,  tanzen,  diskutier´n.

Er stellt sich in die letzte Reihe.

Die Stimmung geht in Herz und Hirn.

 

Da kommt auch schon einer von denen

und sagt zu ihm:  ,,Wir feiern hier.

Du bist wohl neu!  Ich kann dich  leiden.

Ach,  komm,  wir gehen jetzt zu dir!"

 

Er nimmt sie mit und er ist glücklich.

Er holt schnell Käse,  Obst und Wein.

Nun wird geredet und gebetet,

und Zachi fühlt sich nicht mehr klein.

 

Er findet Freunde,  kann frei lachen.

Er spürt,  dass etwas anders ist.

Und er beschließt nun aufzuhören

mit Hacken und mit Hinterlist.

 

Und er gibt zu:  ,,Ich hab betrogen.

Ich will bezahlen,  wo ich kann.

Ich will auch spenden für die Armen,

und heute fang ich damit an."

 

Nun wird das Fest erst recht zur Feier.

Man fasst sich an und tanzt und singt

„Dies Haus gehört ins Friedensnetzwerk!“

Die Stimmung bis nach draußen dringt.

LUKAS 19,1-10

 

 

ZWISCHENZEITLICH

 

Ungefähr noch eine Tagesreise

waren sie von ihrem Ziel entfernt.

Ziemlich viel von seiner Lebensweise

hatten seine Freunde schon gelernt.

 

Immer wieder sprach er von dem Ende,

von der Herrschaft, von dem Gottesreich.

Deshalb hofften sie bald auf die Wende,

seine Königsherrschaft kam wohl gleich.

 

‚In Jerusalem, - da wird sie kommen,

dort erkennen alle seine Macht!’
Alle meinten, sie hätten vernommen,

dann erscheine seine ganze Pracht.

 

Jesus aber dämpfte ihre Freude.

Noch ein Gleichnis gab er ihnen mit.

Nicht dass die Gedanken und Gebäude

alle einstürzen beim nächsten Schritt.

 

Er bezog sich auf das Aktuelle,

denn er knüpfte an ihr Wissen an:
Herrschaftswechsel war nicht Bagatelle,

Archelaus herrschte als Tyrann.

 

Dieser ging zuerst nach Rom zum Kaiser,

zur Bestätigung im Königreich.

Die ihm Nachreisenden meinten’s weiser:
sie probierten einen Bubenstreich.

 

Sie versuchten es noch zu verhindern,

sagten Rom: ‚Wir wollen diesen nicht!’

Sie versuchten seine Macht zu mindern.

Doch man teilte dort nicht ihre Sicht.

 

Und weil jeder die Geschichte kannte,

knüpfte Jesus einfach daran an.

Weil man Archelaus auch verbannte,

hofften sie so stark in Kanaan.

 

Jesus sprach: Ein Fürst zog in die Ferne,

denn er wollte sogar König sein.

Und damit die Dienerschaft `was lerne,

weihte er sie in Geschäfte ein.

 

Zehn von seinen Dienern ließ er rufen

und gab jedem ganz genau ein Pfund,

damit sie daraus nun etwas schufen.

„Handelt damit! Bis zu jener Stund’,

 

bis ich von der Reise wiederkehre.“

sagte er und teilte das Geld aus.

Jeder spürte, das war eine Ehre.

Und der Fürst zog aus dem Land hinaus.

 

Viele Bürger waren unzufrieden,

wollten diesen Fürst als König nicht.

Deshalb haben sie sich dann entschieden,

an den Obersten geht ein Bericht.

 

In die Hauptstadt sandten sie die Boten,

um zu sagen: „Dieser Fürst ist schlecht!

Denn bei uns hat dieser miese Noten!

Seine Herrschaft ist uns gar nicht recht!

 

Und wir werden gar nicht anerkennen

ihn als König hier in unserm Land!

Niemals werden wir ihn König nennen.“

haben viele öffentlich bekannt.

 

Doch er hat das Königtum bekommen,

kam als Herrscher in sein Land zurück

und hat sich die Diener vorgenommen,

denen er das Geld gab, je ein Stück.

 

Jeden Knecht ließ er nun zu sich rufen

und erfragte dann bei jedem Mann,

was sie damit handelten und schufen.

Er war ganz gespannt, was man ersann.

 

Jeder musste einzeln vor ihn treten.

Einer sagte beispielsweise ihm:
“Herr, dein Pfund, das nahm ich wie Moneten.

Jetzt sind’s zehn Pfund! - Und ganz legitim.“

 

Darauf sprach der König: „Ich muss loben!

Das hast du ja wirklich gut gemacht.

Du steigst in Verantwortung nach oben:

Gib jetzt auf zehn Städte von mir acht.

 

Du bist in dem Kleinsten treu gewesen.

Du bekommst nun Macht in meinem Reich.

Durch die Treue bist du auserlesen:
für zehn Städte nehm’ ich dich sogleich.“

 

Und ein andrer sagte: „Herr, fünf Pfunde

brachte mir das anvertraute Geld.“

Darauf sprach der König in die Runde:

„Du bist richtig bei mir angestellt!

 

Du sollst hier fünf Städte nun verwalten,

denn du hast im Kleinen gut gedacht!“

Einer aber hat ihm vorgehalten:
“Herr, ich hatte Angst vor deiner Macht.

 

Hier hast du dein Geld, nimm du es wieder.

Ich verwahrte es im Taschentuch,

und ich legte es im Schrank danieder.

Trag es wieder in dein Rechenbuch.

 

Du nimmst, was hier andere verwalten.

Und du erntest, was du nicht gesät.

Du bist herb und hart. Und dein Verhalten

macht mir Angst in seiner Majestät.“

 

Darauf hielt der König ihm entgegen:

„Deine eignen Worte richten dich!

Weil du mich kennst werden sie belegen:

Du kennst mich als hart und herrschaftlich.

 

Denn ich nehme, was ich nicht verwalte.

Und ich ernte, was ich nicht gesät.

Dass du’s wusstest, ich entgegenhalte.

Warum hast du trotzdem mich verschmäht?

 

Warum wollte es dir nicht gelingen,

Geld zu bringen auf den Wechslertisch?

Wo die Pfunde schließlich Zinsen bringen?
Warum bist du nur so heuchlerisch?“

 

Und er sprach zu denen, die da standen:

„Nehmt das eine Pfund aus seiner Hand.

Gebt es dem, wo zehn Pfund schon vorhanden!

Gebt es ihm noch zusätzlich als Pfand.“

 

Durch die Menge ging ein großes Raunen.

„Herr, der hat doch schließlich schon zehn Pfund!“

Alle, die dort standen, mussten staunen.

Denn der Herr erklärte seinen Grund:

 

„Wer schon hat, dem wird noch mehr gegeben.

Wer nur wenig hat, dem nimmt man’s ab.

Dieses Sprichwort gilt im ganzen Leben.“

So erklärte er es kurz und knapp.

 

Wer gewissenhaft ist mit den Gaben,

- sei es wenig oder sei es viel, -

der kann auch noch Weiteres hier haben.

Doch wer lässig ist, kommt nicht zum Ziel.

 

Schließlich ließ er noch die Feinde holen,

die nicht wollten, dass er König war.

Und er hat vor allen laut befohlen:

„Macht sie vor mir nieder, diese Schar!“

 

Jeder muss im Leben sich bewähren,

ist der König auch sehr lange fort,

ihn durch Achtung und durch Arbeit ehren.

Treue fordert er in Tat und Wort.

 

Jesus hat die Jünger vorbereitet

auf die Zwischenzeit ganz ohne ihn.

Seine Herrschaft wird noch ausgeweitet.

Er kommt wieder, auch wenn’s anders schien.

LUKAS 19,11-27

 

 

DER KÖNIG KOMMT

 

Nach den vielen langen Wegen

zog es ihn zur Hauptstadt hin,

oben auf dem Berg gelegen,

mit dem Tempel mittendrin.

 

Viele Türme, starke Mauern, -

Jesus war als Kind schon dort.

Nicht mehr lange wird es dauern,

dann erreichen sie den Ort.

 

Viele Menschen auf der Straße

wollen auch zum Passahfest,

pilgern in besond’rem Maße,

steh’n und gehen eng gepresst.

 

Nahe sind sie bei Betfage,

und Bethanien sehn sie schon.

Dort in allerbester Lage

machen sie erst mal Station.

 

Auch den Ölberg kann man sehen

mit dem alten Baumbestand.

Nun ist nicht mehr weit zu gehen.

Kurz wird noch einmal entspannt.

 

Die Erwartung ist gestiegen:

‚In Jerusalem geschieht’s,

dass sie einen König kriegen,

der von Gott kommt! Und man sieht’s!’

 

Zwei der Jünger schickt er weiter:
“Geht schon in das Dorf voraus!

Seid für mich jetzt Wegbereiter.

Geht dort zu dem nächsten Haus.

 

Einen Esel könnt ihr finden,

auf dem nie ein Mensch je ritt.

Den sollt ihr dann los dort binden.

Kommt zurück und bringt ihn mit.

 

Sollte euch noch einer fragen:

‚Warum bindet ihr ihn los?’

könnt ihr ihm ganz einfach sagen:

‚Der Herr braucht ihn!’ - Sagt das bloß!“

 

Und sie gingen und sie fanden

so wie es der Herr gesagt.

Jener Mann war einverstanden,

der nach ihrem Grund gefragt.

 

‚Was der Herr braucht’ öffnet Türen.

Vielleicht ist dem Menschen klar:

Jesus darf den Titel führen.

Er ist König offenbar.

 

Danach bringen sie das Füllen

nun zu Jesus nach dem Lauf.

Manche sich des Kleids enthüllen,

legen’s auf den Esel drauf.

 

Schließlich setzen sie den Herren

auf den Rücken von dem Tier.

Keiner soll den Weg versperren

diesem großen König hier.

 

Deshalb werfen sie auch Kleider

auf den Boden, auf den Weg.

Stehen auch daneben Neider,

die nicht trau’n dem Privileg.

 

Doch die Masse ist voll Jubel!
Voller Freude wird gelobt!

Laute Stimmen, großer Trubel,

ja, die ganze Menge tobt.

 

So zieh’n sie auf diese Weise

an dem Ölberg noch vorbei.

Höhepunkt der ganzen Reise

ist der Jubel – einwandfrei.

 

Alle loben Gottes Taten

über das, was sie geseh’n,

singen Lieder und Kantaten,

wollen hinter Jesus steh’n.

 

„Lasst uns diesen König loben,

der in Gottes Namen kommt.

Friede sei dem Himmel oben.

Ehren wir ihn, weil das frommt!“

 

Zwischen Ölbäumen und Palmen

Loben sie den Gottesmann,

singen sie die alten Psalmen.

Gott kommt selbst als König an.

 

Doch da steh’n auch Pharisäer,

schauen misstrauisch dem zu.

Und der Zug kommt immer näher.

Das lässt ihnen keine Ruh.

 

‚So darf man nur Gott empfangen.

Diese brauchen Bändigung!

Die hier sind zu weit gegangen.

Das ist Gotteslästerung.’

 

Jesus ist ein Zugereister.

Trotzdem achten sie den Mann,

sprechen ihn jetzt hier mit ‚Meister’

höflich und bestimmend an:

 

„Du musst deinen Freunden wehren!

Meister, dieses geht zu weit!“

Jesus aber muss sie lehren:
Einsicht in Notwendigkeit:

 

„Wenn auch diese alle schwiegen,

werden doch die Steine schrei’n!

Selbst wo nur noch Trümmer liegen,

rufen sie euch hinterdrein.“

LUKAS 19,28-40

 

 

STARKE GEFÜHLE

 

Diese Menschen, die Politiker

und die Geistlichkeit der Stadt, -

alle meinen, es geht alles gut,

sind zufrieden, sie sind satt.

Keiner sieht die Zeichen seiner Zeit.

Keiner glaubt an Untergang.

Keiner denkt noch an Veränderung.

Alle feiern tagelang.

 

Jeder Anlass wird zum Feiergrund.

Das Vergnügen hört nie auf.

„Spaß muss sein; jetzt geht das Leben rund!“ -

ja, so ist der Lebenslauf.

Jeder glaubt hier an die Machbarkeit

von Geselligkeit und Glück.

Denn die Technik und die Wissenschaft

schuf das Leben Stück für Stück.

 

Immer wieder die Selbstsicherheit

vor Jahrhunderten und jetzt.

Immer wieder Überheblichkeit,

weil der Mensch sich überschätzt.

Jesus weinte um Jerusalem,

das Gott so gesegnet hat.

Er sah hinter die Fassadenfront,

ahnte Krieg um diese Stadt.

 

Die Gefühle überkommen ihn.

Er weint bitterlich und laut.

Sieht denn keiner, was dem Frieden dient?

Hat kein Auge es geschaut?

Wenn die Menschen doch erkennten noch,

was sie zu dem Frieden führt.

Ihren Augen bleibt’s verborgen. – Doch

Jesus ist ganz tief gerührt.

 

Er sieht nicht nur eine Häuserfront.

Er sieht Feinde, Krieg und Leid.

Er sieht allseits die Belagerung.

Er erkennt die Not der Zeit.

Er ist traurig, weil sonst keiner sieht,

was erwartet diese Stadt.

Er ist traurig, weil er Ort und Mensch

fest ins Herz geschlossen hat.

 

Jesus wandert zu dem Tempel hin,

sieht die Händler überall,

wie ein Flohmarkt in dem Gotteshaus,

wie ein Jahrmarkt, wie ein Stall.

Viele Stände, jeder brüllt laut,

überall geht es um Geld.

Selbst beim Beten geht’s um Wirtschaft.

Geld regiert auch hier die Welt.

 

Rinder, Schafe für die Opferung

und die Tauben überall.

Eigne Währung, es gibt Tempelgeld,

auch beim Wechseln gibt’s Krawall.

Da steigt Ärger auch in Jesus auf,

als er dieses hört und sieht.

er schmeißt alle ihre Tische um;

Lämmer, Tauben – alles flieht.

 

Richtig wütend treibt er sie hinaus,

mit der Peitsche hinterher.

Münzen rollen auf dem Boden lang.

Jesus stört den Geldverkehr:

„Ihr habt eine Räuberhöhle hier

und ein Kaufhaus d’raus gemacht,

was als Gotteshaus erfunden war,

was zum Beten war gedacht.“

 

Voller Eifer um sein Vaterhaus,

voller Tränen, voller Wut,

zeigt sich Jesus in Jerusalem;

und er zeigt auch seinen Mut.

Denn die Priester und Gelehrten hier

hat empfindlich er gestört.

Sein Verhalten, seine Worte auch

fanden sie ganz unerhört.

 

Alle Höchsten und die Oberen

überlegten, wie man’s macht...

Denn sie hätten diesen Eiferer

hier am liebsten umgebracht.

Doch sie fanden keine Möglichkeit,

denn das Volk hing sehr an ihm.

Und dass Jesus in dem Tempel lehrt

war durchaus auch legitim.

 

Er sprach dort vor seiner Jüngerschaft.

Viele Leute hörten zu.

Täglich stand er dort im Mittelpunkt

und gab wie im Interview

denen Antwort, die ihn echt gefragt.

Seine Lehre bot er feil.

Er bot ihnen seinen Segen an.

Viele wurden durch ihn heil.

LUKAS 19,41-48