KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 18

 

VON DER BITTENDEN WITWE

 

Betet ohne nachzulassen,

bittet Gott, um was ihr wollt!

Jesus sagt dazu ein Gleichnis,

wie ihr zu Gott beten sollt:

Es war einst ein schlimmer Richter,

denn der fürchtete sich nicht,

nicht vor Gott und nicht vor Menschen,

täglich saß er zu Gericht.

 

Über ihm selbst gab es niemand.

er war selbst höchste Instanz.

Denn wer Gott und Mensch nicht fürchtet,

hat zu allem die Distanz.

 

Letztlich war er ohne Normen,

er war nur autoritär.

Ungerecht war dieser Richter,

und die Rechtsprechung nicht fair.

 

Eine mittellose Witwe

wohnte in derselben Stadt.

Diese musste vor Gericht ziehn,

weil sie Widersacher hat.

 

Sie hat weder Mann  noch Söhne,

keinen der ihr helfen kann.

Auf sich selbst gestellt, alleine,

ist sie wirklich hilflos dran.

 

Sie ging zu dem schlimmen Richter,

und sie bat ihn: „Schaff‘ mir Recht!

Hilf mir gegen meine Feinde,

die behandeln mich so schlecht.“

 

Doch der Richter hat verweigert

jede Hilfe dieser Frau.

Hier kann er nichts dran verdienen; –

dieses wusste er genau.

 

Doch die Frau trat immer wieder

vor den Richter ihrer Stadt.

Sie gab nicht auf, ließ nicht locker.

Schließlich hatte er sie satt.

 

„Ich will endlich Ruhe haben!“

hat der Richter sich gedacht.

„Ich will endlich Recht hier schaffen,

weil sie mir viel Mühe macht.

 

Weil ich mich vor Gott nicht fürchte

und vor Menschen mich nicht scheu,

schaffe ich jetzt Recht der Witwe.

Diese ist sich selber treu.

 

Sonst wird sie womöglich kommen,

und sie schlägt mich ins Gesicht.

Sie hat ja nichts zu verlieren,

wenn sonst keiner ihr Recht spricht.“

 

Jesus sagt: „Ihr sollt drauf hören,

was der schlechte Richter sagt.

Sollte Gott nicht dem Recht schaffen,

der es immer wieder wagt,

 

Tag und Nacht ihn anzurufen,

wer ihm liegt in  seinem Ohr,

wer ihn bittet, wer oft betet,

bringt ihm seine Sache vor.

 

Gott schafft Recht den Auserwählten.

Nicht lang zieht es sich dahin,

so dass schon in aller Kürze

die Gerechtigkeit beginn.

 

Betet ohne nachzulassen!

Sagt Gott alles, was euch drückt!

Gott wird helfen! Gott schafft Recht euch!

Er ist mit dem Recht geschmückt.

LUKAS 18,1-8

 

 

PHARISÄER UND ZÖLLNER

 

Eines mochte Jesus gar nicht,

eines fand er furchtbar schlecht:

hielt sich einer selbst für besser,

fühlte er sich selbstgerecht.

 

Wenn zum Beispiel Pharisäer

sich anmaßten, fromm zu sein,

dabei andere verachten,

um zu zeigen: Wir sind fein!

 

Diesen sagte er ein Gleichnis:

Zu dem Tempel gingen zwei,

einer war ein Pharisäer

und ein Zöllner war dabei.

 

Beide kamen um zu beten

in das große Gotteshaus.

Vorne stand der Pharisäer,

streckte seine Brust heraus.

 

„Ich bin nicht wie andre Leute.

Gott, ich danke dir dafür!

Nicht wie Räuber und Betrüger,

nicht wie der da an der Tür.

 

Und erst recht kein Ehebrecher,

auch kein Zöllner. Ich bin gut!

Ich geb‘ immer meinen Zehnten,

zahl den Armen den Tribut.

 

Ja, von allem, was ich habe,

gebe ich den zehnten Teil.

Zweimal faste ich pro Woche,

denn ich will das Seelenheil.

 

Gott, das muss dir doch gefallen!

Regeln hast du aufgestellt,

Du gabst uns die zehn Gebote.

Ich bin einer, der sie hält!“

 

Zöllner mussten Zoll einnehmen.

Das geschah oft sehr subtil,

denn man half Besatzungsmächten,

und sie nahmen oft zu viel.

 

Deshalb mochte sie auch keiner.

Sie verlangten sehr viel Geld.

Steuern nahmen sie für alles,

war’n von Römern angestellt.

 

Einer dieser schlimmen Zöllner

traute sich nicht weit nach vorn,

stand im Tempel etwas abseits,

stand für sich dort, ganz verlor’n,

 

traute sich nicht aufzublicken,

sah zur Erde, auf den Grund,

hob die Augen nicht zum Himmel,

fühlte schlecht sich wie ein Hund.

 

Er ging in sich, nahm die Arme

und schlug sie sich an die Brust,

wusste um sein Fehlverhalten,

seine Schuld war ihm bewusst.

 

Und er betet: „Gott, sei gnädig -

mir, dem Sünder!“ – so sagt er.

Ja, er macht nicht viele Worte.

Er ist still, er sagt nichts mehr.

 

Jesus sagte: Diesen Zöllner,

diesen Mann spricht Gott gerecht.

Doch der andre geht nach Hause

und bleibt in sich selber schlecht.

 

Jeder, der sich selbst gerecht spricht,

jeder, der sich selbst groß fühlt,

wird erniedrigt in dem Himmel.

Liebe bleibt sehr unterkühlt.

 

Doch wer selber sich erniedrigt,

wem bewusst ist seine Schuld,

den erhöht Gott, ja, den liebt er,

mit dem hat der Herr Geduld.

LUKAS 18,9-14

 

 

SEGEN

 

Unsre Kinder brauchen Liebe!
Unsre Kinder brauchen Kraft!

Denn das dunkle Weltgetriebe

geht doch manchmal launenhaft.

 

Was kann unsre Kinder schützen?

Wer gibt ihnen Kraft und Mut?

Was wird unsern Kindern nützen?

Welcher Segen ist denn gut?

 

Wenn sie ihre Wege suchen,

jeden Tag entdecken sie:
neben Segnen gibt es Fluchen,

gut und schlechte Energie,

 

Wirkung durch die Kraft der Worte,

starker Einfluss, fremde Macht,

Gesten von besond’rer Sorte –

wirken mehr als oft bedacht.

 

Fluchen führt zur Macht des Bösen,

bindet teuflisch an den Tod.

Nur die Gnade kann erlösen.

Fluchen bringt stets große Not.

 

Eltern suchen nach dem Segen,

nicht nach böser Urgewalt.

Segen führt zu guten Wegen

und gibt unsern Kindern Halt.

 

Wer kann solchen Segen geben?

Wer führt sie in Gottes Reich?

Wer zeigt ihnen wahres Leben?

Was hilft täglich und sogleich?

 

Damals schon die Eltern spürten: 

‚Jesus hat so große Macht!’,

dass sie Kinder zu ihm führten.

Viele haben sie gebracht.

 

Nur dass er sie kurz berührte,

dass er ihnen Segen gibt,

dass auch jedes Kind verspürte,

dass Gott jeden Menschen liebt.

 

Große Mädchen, kleine Jungen,

auch die Babys brachten sie,

sind um Jesus `rumgesprungen,

einer pfiff und manches schrie.

 

Doch als das die Jünger sahen,

griffen sie gewaltig ein.

Als sich Kinder Jesus nahen,

sagten seine Jünger: „Nein!

 

Lasst doch Jesus jetzt in Ruhe!
Geht nach Hause! Geht zurück!

Macht doch nicht so ein Getue

nur um dieses Kinderglück!“

 

Als die Jünger Jesu schimpfen,

hat so manches Kind geweint.

Sagten sie es denn den Pimpfen,

dass sie es nur gut gemeint?

 

Vielleicht machte er g’rad Pause?

Vielleicht schlief er nebenbei?

Als er merkte das Gezause,

als er hörte das Geschrei,

 

rief der Herr zu seinen Leuten:

„Lasst die Kinder doch zu mir,

weil sie mir so viel bedeuten

und verhindert das nicht hier!

 

Ganz besonders für die Kleinen

ist das Gottesreich bestimmt!

Keinem wird es je erscheinen,

der nicht wie ein Kind es nimmt.

 

Ihnen wird das Reich gehören.

Und wer wie ein Kind vertraut,

braucht sich auch nicht zu empören;

manchmal sind die Kinder laut.“

 

Alle Kinder ließ er kommen,

sprach mit ihnen liebevoll,

hat sie auf den Arm genommen,

und die Kinder fanden’s toll.

 

Denn er legte seine Hände

Auf den Kopf von jedem Kind,

sprach von Liebe ohne Ende

und dass sie gesegnet sind.

 

Jeden Tag kann man erfahren,

dass uns Gott zur Seite steht.

Gott wird in dem Geist bewahren,

wer in seinem Kraftfeld steht.

 

Niemandem soll man verwehren

Segen Jesu, Gottes Kraft.

Wer selbst segnet, wird Gott ehren,

weil der Segen Frieden schafft.

LUKAS 18,15-17

 

 

DER REICHE MANN

 

Sieben Häuser hat er zu vermieten,

ein Stück Wald und fünfzig Hektar Land.

Keiner konnte ihn hier überbieten.

Er war überall als reich bekannt.

 

Die Fabriken hat er von dem Vater.

Schon als junger Mensch hat er geerbt.

Es lief alles bestens durch Berater.

In Bilanzen war nichts schöngefärbt.

 

Er bemühte sich um Wohlverhalten.

Alles lief bei ihm äußerst korrekt.

Sehr viel Arbeit hat er mit Verwalten.

Seine Kraft hat er hineingesteckt.

 

Seinen Reichtum hat er sehr genossen.

Wie viel Achtung brachte ihm das ein.

Er war einer von den großen Bossen.

Niemals fehlte auf dem Tisch der Wein.

 

Mit den Freunden hat er gern gefeiert.

Immer wieder gab er einen aus.

Es war herrlich, tanzten sie verschleiert

und erfüllte die Musik das Haus.

 

Mit dem Reichtum konnt‘ er Gutes tuen.

Wenn er gab, dann fühlte er sich gut.

Darauf konnte sein Gewissen ruhen.

Doch er gab auch nicht im Übermut.

 

Trotz des ganzen guten reichen Lebens

blieb in ihm die Unzufriedenheit.

Alles, was er tat, schien ihm vergebens.

Lohnte sich dafür die Kraft und Zeit?

 

Nicht für ewig hatte er die Schätze.

Geld und Reichtum bleiben vor dem Grab.

Wie oft sagte er sich diese Sätze.

Doch er wusste nicht, was es sonst gab.

 

Lebenskünstler waren immer selten.

Einmal traf er einen solchen Mann,

dieser zählte zu den Auserwählten,

dem man jede Frage stellen kann.

 

„Guter Meister!“ – fing er an zu sagen,

„Guter Meister, was muss ich denn tun?

Ich will nach dem ew’gen Leben fragen,

wie erreiche ich es, sag’s mir nun.“

 

Jesus, dieser auserwählte Eine,

fragte jenen: „ Was nennst du mich gut?

Gut ist Gott; und dieser ganz alleine!

Ewig lebt, wer seinen Willen tut.

 

Du kennst sicher alle zehn Gebote:

Töten, stehlen, lügen – sollst du nicht!

Eltern lieben - hält die Welt im Lote.

Gott will nicht, dass eine Ehe bricht.“

 

Doch entgegnete darauf der Reiche:
„Alles das tat ich von Kindheit an.

Von Geboten Gottes ich nicht weiche.

Alles was ich konnt‘, hab ich getan.“

 

Jesus aber gab darauf zu denken:

„Etwas fehlt dir! Alles was du hast,

das sollst du verkaufen und verschenken!

Gib’s den Armen und sei ohne Last!

 

Du wirst einen Schatz im Himmel haben!

Komm doch mit! Komm, folge du mir nach!“

Dieser Wunsch hat jenen untergraben,

und man sah, wie er zusammenbrach.

 

Sein Besitz war seine ganze Stütze.

Ohne den, da galt er doch als Nichts.

Ohne Geld, - zu was war er dann nütze?

Er wurd’ traurig, dessen angesichts.

 

Nein, dann fehlten alle Sicherheiten.

Schatz im Himmel, der schien hier nichts wert.

Und dann fehlten die Annehmlichkeiten,

die der Reichtum ihm bisher beschert.

 

Und die Trauer wurde immer schlimmer,

weil er merkte, das ist sein Problem:

Abhängig war er vom Geld für immer!
Und der Himmel schien ihm unbequem.

 

Jesus sah, er traf ihn in dem Herzen.

Traurigkeit sah er in dem Gesicht.

Jesus fühlte seine großen Schmerzen,

wie die Welt in ihm zusammenbricht.

 

Jesus sprach: „Wie schwer erreichen Reiche

Gottes Reich, den großen Himmelsschatz.

Ja, es passt, dass ich’s damit vergleiche:

Ein Kamel hat eher dafür Platz,

 

dass es durch ein Nadelöhr sich zwänge,

als ein Reicher kommt in Gottes Reich.

Für die Reichen ist das Reich zu enge.“

Die das hörten, fragten ihn sogleich:

„Welcher Mensch kann dann noch selig werden?

Wer hat dann bei Gott im Himmel Platz?“

„Gott ist’s möglich, was hier nicht auf Erden

möglich ist! Merkt euch den letzten Satz!“

LUKAS 18,18-27

 

 

GEBEN UND BEKOMMEN

 

Alle dachten an sich selber eben.

Petrus sprach Gedanken offen aus:
“Herr, wir haben alles aufgegeben,

um dir nachzufolgen! – Hof und Haus.

 

Was wir hatten, haben wir verlassen,

nur um mitzugehen, Herr, mit dir,

die Familie, Netze oder Kassen,

alles gaben wir dir gerne hier.“

 

Jesus sprach zu Petrus: „Ach, mein Bester!

Jeder, der hier irgendwas verließ,

Eltern, Kinder, Bruder oder Schwester,

Haus und seine Frau noch überdies,

 

alles um des Reiches Gottes willen,

der wird dafür reichlich groß belohnt,

dessen Lebenshunger wird Gott stillen,

weil der sogar ewig bei Gott wohnt.

 

Er wird vielfach wieder es empfangen,

einmal schon in dieser Welt und Zeit.

Und das Leben wird er auch erlangen

in der Zukunft, in der Herrlichkeit!“

LUKAS 18,28-30

 

 

SIE BEGRIFFEN NICHTS

 

Jesus nahm die Zwölf einmal beiseite.

Manches sprach er nur im engsten Kreis.

Und zum drittenmal er prophezeite,

dass er schon von seinem Leiden weiß:

 

„Nach Jerusalem lasst uns jetzt gehen.

Dort erfüllt sich alles, wie ihr wisst!
Dort wird alles das geschehen,

was in Schriftrollen geschrieben ist.

 

Es berichteten schon die Propheten,

und sie sagten von dem Menschensohn,

dass man ihn dort lästern wird und treten,

die Misshandlung wird zur Sensation.

 

Schließlich überlässt man ihn den Heiden,

an die Römer liefern sie ihn aus.

Spott und Spucke, - er wird furchtbar leiden, -

Tod und Sterben sahen sie voraus.

 

Nach drei Tagen wird er auferstehen!“

- sagte Jesus seinen Jüngern auch.

Fragend haben die ihn angesehen.

Sie verstanden nichts, nicht einen Hauch.

 

Denn der Sinn der Worte war verborgen.

Sie begriffen nichts! Sie waren blind.

Langsam machten sie sich um ihn Sorgen,

weil die Sätze ungewöhnlich sind.

 

Vor dem Leiden schlossen sie die Augen.

Und so stellten sie sich nicht d’rauf ein.

Wozu ihnen diese Worte taugen?

Später sahen sie: Es musste sein!

LUKAS 18,31-34

 

 

RANDFIGUR

 

Auf dem kalten, nackten Pflaster

saß der arme blinde Mann.

Vor ihm stand der kleine Teller.

Und er hatte nicht viel an.

Nur der vielgeflickte Mantel

und der alte, braune Rock

waren sein Besitz geblieben –

und der lange dünne Stock.

 

Jeden Tag saß er dort bettelnd,

jeden Menschen sprach er an,

ob er ihm nicht ein paar Münzen

in den Teller legen kann.

Viele Menschen gaben gar nichts,

manche legten etwas rein.

Jedes Mal, wenn er dann fühlte,

wollte er zufrieden sein.

 

Viele hat er an den Stimmen

und an ihrem Schritt erkannt.

Mancher hielt mit ihm ein Schwätzchen.

Mancher ist vorbeigerannt.

Keiner wollte ehrlich wissen,

was er fühlte, wie’s ihm ging.

Seine trüben, blinden Augen

machten ihn zum Sonderling.

 

Eines Tages hört er Stimmen,

hört ein richtiges Geschrei.

Viele Menschen zogen lärmend

Richtung Jericho vorbei.

Und er fragte, was denn los wär‘? 

Ganz begeistert, wie es schien

gaben sie ihm dann zur Antwort,

Jesus würd‘  vorüberzieh‘n.

 

Keine Frage, dieser Jesus

war vom Hören längst bekannt.

Oftmals wurde auch sein Name

wenn’s um Heilung ging genannt.

Auch der Blinde hatte öfter

schon von diesem Mann gehört,

und er ahnte, das was jetzt käm‘,

dass das manchen Menschen stört.

 

Denn er schrie so laut er konnte:

„Jesus, du, der Davidssohn,

ach, erbarme du dich meiner!“ –

so rief er mit lautem Ton.

Doch die Leute, die dort gingen,

drohten ihm: „Sei du nur still!“

Einer sagte: „Halt die Klappe,

weil ich Jesus hören will.“

 

Hatte er schon trübe Augen,

hatte er schon große Not,

wollten sie sein Stimmrecht rauben,

machten sie ihn gar mundtot.

Doch auch wenn die Augen blind warn

eines konnte er sehr gut:

Seine Stimme war phantastisch

und er hatte großen Mut.

 

Deshalb schrie er um so lauter!

„Jesus, du, der Davidssohn!

Komm, erbarme du dich meiner!“ –

rief er in die Prozession.

Trotz der vielen hundert Menschen,

trotz der Menge um ihn ´rum

rief und rief er, immer lauter.

Jeder sah sich nach ihm um.

 

Jesus hörte seine Rufe,

und er bat dann: „Führt ihn her!“

Endlich schwieg der Blinde stille;

für ihn gab’s kein Halten mehr.

Von dem Platz am Straßenrande

führt man ihn zu Jesus hin,

quer durch diese Menge Leute,

plötzlich stand er mitten drin.

 

„Na, was willst du?“ fragte Jesus,

„Was soll ich jetzt für dich tun?“

„Er fragt echt“ – das fühlt der Blinde,

und so antwortete er nun:

„Ich will sehen, ich will schauen!

Herr, mach, dass ich sehen kann!“

Um sie ´rum wird alles stille,

jeder hält den Atem an.

 

Jesus sprach: „Du wirst jetzt sehen,

denn dein Glaube macht gesund.

Dir hat dein Vertrau’n geholfen.

Ab jetzt wird dein Leben bunt.“

Und er sah, - er sah die Farben, -

sah den Menschen ins Gesicht,

er sah Bäume, Häuser, Berge;

in ihn strömt das helle Licht.

 

Er erblickt das Licht der Welt neu,

er sieht Jesus vor sich steh‘n.

Er lobt Gott, er singt und jubelt,

und er will mit Jesus geh‘n.

Jeder, der das miterlebte,

lobte Gott und ehrte ihn.

Und den vormals blinden Menschen

sah man dann mit Jesus ziehn.

LUKAS 18,35-43