KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 17

 

MACHTWORTE

 

Immer wieder wird es die Versuchung geben.

Es gibt Menschen, die euch ablenken von Gott.

Wehe dem, der irreführt, die mit Gott leben.

Wehe dem, dem es gelingt durch seinen Spott.

 

Es wär’ besser, wenn man einen Mühlstein nähme,

um den Hals gehängt ihn würfe in das Meer,

als dass er mit seinem Spott und seiner Häme

ein Kind abbringt von dem Glauben – mehr und mehr.

 

Passt gut auf und hütet euch vor solchen Leuten!

Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht!

Geht er in sich, wenn ihn seine Sünden reuten,

dann vergib ihm! Auch dein Neuanfang sei echt.

 

Wenn er siebenmal am Tag zu dir hinkäme,

weil er siebenmal an dir gesündigt hat,

wenn er sagt: „Mich reut es so, dass ich mich schäme!“,

dann vergib ihm immer wieder, werd nicht matt.

 

Die Apostel hatten eine große Bitte:
“Stärke uns den Glauben! Herr, mach ihn ganz fest!“

Jesus sagte daraufhin in ihrer Mitte:
“Ich will euch was sagen, was ihr nie vergesst:

 

Auch der kleine Glaube kann schon Großes wirken!
Ist der Glaube auch nur wie ein Senfkorn groß,

könntet ihr dem Maulbeerbaum oder den Birken

schon befehlen: ‚Reiß dich aus der Erde los!’

 

Wenn ihr weiter sagtet: ‚Er soll sich verpflanzen.

Er soll sogar weiterwachsen in dem Meer!’,

dann geschieht es durch den Glauben so im Ganzen.

Doch schon so etwas zu glauben fällt euch schwer.

 

Wie verhält sich denn ein Knecht hier immer wieder,

wenn er heimkommt von der Herde und vom Feld?

Bittet ihr ihn dann: ‚Komm, setz dich zu mir nieder!’ ?

Wird er nicht mit neuem Auftrag angestellt?

 

‚Zieh die Schürze um und mach mir was zu essen!
Deck den Tisch! Und du isst, wenn ich fertig bin!’

Seine Pflicht wird euer Diener nicht vergessen.

Und es steckt auch kein besond’rer Dank darin.

 

Diese Arbeit, die gehört zu seinen Pflichten.

Das gilt auch für euch, wenn ihr für Gott was tut.

Ihr könnt sagen: ‚Das, was wir für dich verrichten

sind wir schuldig! Wir sind wertlos! Gott ist gut!’

LUKAS 17,1-10

 

 

ENDLICH GESUND!

 

Was mach ich, wenn ich krank war und gesund geworden bin?

Gehe ich zu dem Arzt oder auch zur Schwester hin,

bringe ich ihnen dann ein Dankeschön vorbei

oder sage ich, dass alles nur Geschick und Schicksal sei?

 

Was mach ich, wenn ich krank war und gesund geworden bin?

Bleibe ich, wie ich war oder ändert sich mein Sinn?

Lebe ich wie bisher oder ändert sich mein Stil?

Frage ich, was ich soll oder was Gott von mir will?

 

Jahrelang lebten sie auf der Isolierstation,

war’n getrennt von der Frau, von der Tochter und dem Sohn.

Jahrelang fraß der Aussatz ihre Haut und Knochen auf.

Jahrelang nahmen sie nun die Schmerzen schon in Kauf.

 

Jahrelang hörten sie „Ihr gehört nicht mehr dazu!“

Jahrelang fanden sie nachts vor Sorgen keine Ruh‘.

Jahrelang lebten sie draußen vor der kleinen Stadt,

weil die Krankheit sich an ihnen so stark festgebissen hat.

 

Früher Lepra, dann die Pest, heute Krebs und Aids genannt,

sind die Ausgesetzten überall, in jedem Land bekannt.

Kranke sind’s, die auf fremde Hilfe angewiesen sind,

ganz egal, sind es Alte oder ist es noch ein Kind.

 

Jeden Arzt, jede Hilfe hatten sie schon ausprobiert,

jeder Strohhalm war willkommen, „dass die Hoffnung nicht verliert!“

Tausend Mittel und Diäten hatten nicht Erfolg gezeigt.

und mit jeder Niederlage ihre Todesahnung steigt.

 

Jeder Doktor, jede Praxis, jede Heilungstherapie

war von ihnen schon getestet. „Alles half nicht!“ – wussten sie.

Aber dann hörten sie, Jesus ist der Gottessohn,

und sie riefen ihn von ferne mit Geschrei und lautem Ton.

 

„Lieber Jesus, guter Meister, ach, erbarme du doch dich!

Mach gesund uns Ausgesetzte, und lass uns hier nicht im Stich!“

Jesus sprach: „Geht los nur, zeigt’s den Priestern in der Stadt,

dass euch Gott nicht vergisst, sondern heut geholfen hat.“

 

Zehn Personen glaubten Jesus, gingen los zur nächsten Stadt,

die die Priester als Gesundheitsamt für Ausgesetzte hat.

Auf dem Weg da merkten sie die Veränderung sofort:
Ihre Schmerzen wurden besser, und der Hautausschlag ging fort.

 

Die zehn Kranken mussten staunen, denn sie waren jetzt geheilt.

Ab zum Priester, dann nach Hause und zu Frau und Kind geeilt.

Welch ein Wunder, kaum zu glauben, endlich waren sie gesund!

Auf zur Arbeit! Auf zum Feiern! Mensch, jetzt ging das Leben rund.

 

Aber einer kehrte zuerst noch zu Jesus einmal um,

kniete nieder, lobte Gott laut, und er dankte ihm darum,

dass er von der schlimmen Krankheit nun gesund geworden war.

Und er sang und jubilierte, weil er dieses Wunder sah.

 

Jesus fragte, wo die andern neun Geheilten denn jetzt sind.

Ob denn keiner sonst Gott lobe und sich nur der eine findt?

Dieser eine war ein Fremder, war ein Ausländer im Land.

Samariter war’n für Juden nur als schlechte Leut‘ bekannt.

 

Dieser eine hat verstanden, Jesus hat die Gotteskraft,

dass er heilt an Leib und Seele, dass er Heil und Segen schafft.

Er stand auf und ging nach Hause, jetzt ging er in seine Stadt.

Jesus sagte, dass der Glaube, das Vertraun geholfen hat.

LUKAS 17, 11-19

 

 

ERWARTUNGEN

 

Gottes Herrschaft hatten sie erwartet,

und dass der Messias endlich kommt,

hofften, dass ihr Lebensstil Gott frommt

und dass Gott sagt: ‚Ihr seid gut geartet!’

 

Sie erwarteten, dass auch ein Ende

von den Herrschern dieser Welt dann sei,

hofften Gott zu schauen einwandfrei

und bei allem Schlechten eine Wende.

 

Dass sich die Verhältnisse dann ändern,

dass man sein Volk nicht mit Füßen tritt, -

diesen Zustand bringt der Heiland mit,

diesen sieht man dann in allen Ländern.

 

„Wann kommt Gottes Reich, wann wird man’s sehen?“

fragten Pharisäer Jesus dies.

Dass er als Messias sich erwies,

konnten sie bisher noch nicht verstehen.

 

Jesus sagte: „Man kann es nicht sehen!

Gottes Herrschaft fängt ganz anders an.

Nicht, dass man es einfach zeigen kann: 

‚Sieh hier ist es! Da ist es geschehen!’

 

Passt doch auf! Es ist in eurer Mitte!
Gottes Reich ist momentan schon da!

Mitten in euch herrscht Gott unsichtbar.

Nehmt ihn innerlich wahr!“ – war die Bitte.

 

Zu den Jüngern sprach er mit den Worten:

„Es kommt eine Zeit, in der wollt ihr

sehn den Menschensohn einen Tag hier,

und ihr sucht ihn dann an vielen Orten.

 

Manche werden zu euch darauf sagen: 

‚Schaut doch hin! Hier ist er! Oder dort!’

Geht nicht hin und folgt nicht ihrem Wort.

Lasst euch nicht drauf ein! Das müsst ihr wagen!

 

Wenn der Menschensohn kommt, wird man’s wissen.

Wie der Blitz, der alles grell erhellt,

der klar sichtbar ist für alle Welt,

so wird dann der Himmel aufgerissen.

 

Vorher muss der Menschensohn viel leiden,

und er muss erdulden diese Zeit,

diese Menschen, diese Dunkelheit.

Es muss sein für Fromme und für Heiden!

 

Er muss vorher erst verstoßen werden,

weil man die Bedeutung nicht versteht,

weil man ihm das Wort im Mund rumdreht,

deshalb wird verworfen er auf Erden.

 

Es wird so sein, wie zu Noahs Zeiten:

- so geschieht es auch beim Menschensohn -

Essen, Trinken, Heiraten und Hohn,

Menschen pflegen die Sorglosigkeiten.

 

Das geschah schon damals alle Tage,

bis dann Noah in die Arche ging

und die Erde voller Regen hing.

Alle kamen um in dieser Plage.

 

So ist es zu Zeiten Lots geschehen:

Sorglos aßen oder tranken sie,

kauften oder spielten Lotterie,

bauten, pflanzten, wollten Gott nicht sehen.

 

Lot hat Sodom irgendwann verlassen,

dann kam Feuer auf die Stadt herab,

Schwefel regnete, die Luft ward knapp.

Alle starben dort in Sodoms Gassen.

 

So wird es an jenem Tage gehen,

wenn der Menschensohn wird offenbar,

dann wird es für jeden Menschen klar:
Gott, der Herr, beherrscht das Weltgeschehen.

 

Wer dann draußen ist auf der Terrasse,

hole nicht noch seine Sachen aus dem Haus.

Wer das Feld pflügt gehe g’rad aus,

nicht zurück, dass er ihn nicht verpasse!

 

Nicht nach hinten sollte man dann schauen,

nicht sich umdreh’n, so wie einst Lots Frau!
Denkt an sie, erinnert euch genau:
starres Salz war sie im Morgengrauen.

 

Wer versucht ans Leben sich zu klammern,

der wird es verlieren, der geht hin.

Wer’s für Gott verliert, dem ist’s Gewinn.

Wer hier Gott vertraut, muss dort nicht jammern.

 

Wenn der Menschensohn kommt, wird’s passieren,

dass dann zwei liegen in einem Bett.

Einer wird genommen vom Duett;

einer bleibt zurück, wird sich verlieren.

 

Und zwei Frauen mahlen Korn soeben,

arbeiten zusammen ohne Streit.

Eine wird genommen zu der Zeit,

doch die andere wird preisgegeben.

 

Es wird so auch auf dem Feld geschehen:
arbeiten noch eben dort die zwei,

ist der eine dann für Gott dabei,

wird der andere ganz schlicht vergehen.“

 

Seine Jünger fingen an zu fragen.

Und sie wollten einfach wissen: „Wo?“

Jesus sprach zu ihnen: „Ich sag’s so:

Wo das Aas ist geh’n die Geier jagen!“

 

Gottes Reich kommt anders als erwartet.

Es fängt innen, in dem Herzen an.

Jesus selbst ist unser Mittelsmann.

Seinen Bund hat Gott ganz neu gestartet.

 

Alle, die auf diesen Heiland trauen,

spüren Gottes Reich ist jetzt schon da.

Gott ist uns in dem Messias nah,

Wer ihm folgt, kann auf die Gnade bauen.

LUKAS 17,20-37