KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 16

 

DROHENDE ARBEITSLOSIGKEIT

 

Nein, ich habe keine Lust zu betteln.

Und auch handwerklich bin ich nicht g’rad geschickt.

Wenn ich meine Arbeit jetzt verliere,

dann bin ich vorerst erledigt und geknickt.

 

Mein Chef sagt mir, er müsst mich entlassen.

Böse Zungen raunten ihm, ich wäre schlecht,

ich verschleuder‘ das, was ich verwalte;

und das sei ihm doch bestimmt nicht recht.

 

Ich soll meine Arbeit jetzt beweisen.

Sonst steht mir fristlose Kündigung ins Haus.

Aller Ämter will er mich entheben.

Sollte das passieren, ist es mit mir aus.

 

Was kann ich in dieser Lage tuen?

Ganz falsch sind die bösen Vorwürfe auch nicht.

Untätig will ich mich nicht ausruhen,

weil ansonsten alles gegen mich nur spricht.

 

Ich weiß, was ich heute Morgen mache.

Ich will schauen, wer beim Chef noch Schulden hat.

Alle rufe ich zu mir ins Zimmer,

und dann finden einzeln die Gespräche statt.

 

Und ich frag sie, wie viel sie noch schulden.

Sagt er „Hundert“, schreib ich fünfzig aufs Papier.

Noch hab ich das Recht als sein Verwalter,

ja, solang es geht nutz‘ ich die Stellung hier.

 

„Wie viel Schulden?“ – frage ich den Nächsten.

Und er nennt mir eine ziemlich hohe Zahl.

Ich will zwanzig Prozent dir erlassen.

Bei dem Abschied dankt er mir viel tausendmal.

 

Ich will mir bei ihnen Freunde machen.

Denn, wenn ich einmal aus diesem Posten flieg,

hoffe ich, dass sie sich dran erinnern,

und ich auch von ihnen Unterstützung krieg.

 

Ich erlasse ihnen ein paar Schulden.

Dann stimmt wirklich, was man über mich gesagt:
Ich bin freigiebig und auch barmherzig,

auch wenn dieses meinem Chef nicht ganz behagt.

 

Doch was sagt jetzt g’rad mein Arbeitgeber?

Er bewundert, was ich tat und tadelt nicht.

Ich hätt‘ klug in dieser Welt gehandelt,

sogar klüger, sprach er, als ein Kind vom Licht.

 

Und er schloss mit einer kurzen Rede:

„Macht euch Freunde mit dem schlechten Götzen Geld.

Ja, man sollte die Finanzen nutzen,

dass die Freundschaft bleibt, auch wenn der Kurswert fällt.

LUKAS 16,1-9   

 

 

TREUE IM KLEINEN

 

Alles, was du hast, das ist dir nur geliehen:

deine Gaben, deine Zeit, dein Gut und Geld.

In Gedanken solltest du das einbeziehen,

denn das prägt dein ganzes Handeln in der Welt.

 

Wer im Kleinsten treu ist, ist es auch im Großen.

Denn die Treue hängt nicht von der Gnade ab.

Ist das Unrecht im Geringsten aufgestoßen,

steckt es auch im Großen nicht zu knapp.

 

Wer kann denn mit Geld Gerechtigkeit hier schaffen?

Wer dem Mammon dient, wird niemals Gott gerecht.

Trotzdem darf beim Geld die Treue nicht erschlaffen.

Trauen kann man dem, der glaubhaft ist und echt.

 

Wenn ihr hier nicht ehrlich seid mit fremden Sachen,

wenn ihr falsch verwaltet, was euch nicht gehört,

werdet ihr es ebenso mit Eignem machen.

Ist dann nicht Vertrauen auch zu Gott gestört?

 

Wer nicht treu und ehrlich ist in seinem Leben,

wer mit fremden Gütern falsch und treulos spielt,

dem kann keiner Unvergängliches hier geben;

das ist einer, der sich dadurch selbst bestiehlt.

 

Ihr müsst euch entscheiden: Wem wollt ihr hier dienen?

Wer beherrscht euch hier im Leben? Ist es Gott?

Oder Mammon? – Ihr müsst wählen zwischen ihnen!

Lieber wertvoll sein für Gott und hier bankrott.

 

Auch die Arbeiter und Sklaven werden wissen:

Niemand kann zwei Herren dienen. Das geht schief.

Zwischen beiden ist er hin und her gerissen.

Zwischen Gott und Geld, da ist der Graben tief.

 

Woran hängt denn euer Herz, wem gebt ihr Ehre?

Wie ihr arbeitet, hängt von Motiven ab.

Sucht die heimlichen Bestimmer, prüft die Lehre.

Wer bestimmt euch innerlich? Wer hält auf Trab?

LUKAS 16,10-13

 

 

EVANGELIUM UND GESETZ

 

Ach, die Pharisäer machten sich zu Spöttern,

denn sie lästerten als Jesus vom Geld sprach,

weil sie ihre Selbstgerechtigkeit vergöttern.

Jesus sagte ihnen Geld- und Habsucht nach.

 

Sie sind außen rein und innen schwarz wie Sünde.

Streng nach außen halten sie sich ans Gesetz.

Doch Gott schaut ins Herz und sieht auch ihre Gründe.

Sie verfangen sich in ihrem eignen Netz.

 

Wer sich selbst rechtfertigt, kann da nicht bestehen.

Gott verabscheut solchen Hochmut allemal.

Weil sie nur den Anspruch, nicht den Zuspruch sehen,

missverstehen sie den Bund mit Gott fatal.

 

Das Gesetz und die Propheten sind’s gewesen,

bis Johannes, bis zum Täufer reicht es hin,

was sie leider nicht mit ihrem Herzen lesen.

Doch ab jetzt steckt Evangelium darin.

 

Evangelium, das sind die guten Worte.

Evangelium befreit den Mensch für Gott.

Das Reich Gottes ist von einer andern Sorte

als Gesetzlichkeit. Denn die führt schnell zum Spott.

 

Die Gesetze können leicht dazu verführen,

überheblich und nur selbstgerecht zu sein,

ohne Gottes gute Nachricht noch zu spüren.

Nur die Gnade kann euch innerlich befrein.

 

Gottes Sicht und Gnade wird ab jetzt gepredigt,

deshalb drängt es jeden in das Gottesreich.

Doch wer selber sich gerecht spricht, ist erledigt;

Der verkennt sich selbst und Gottes Macht zugleich.

 

Trotzdem bleiben die Gebote hier bestehen,

und die Worte der Propheten bleiben wahr.

Eher werden Erd‘ und Himmel hier vergehen,

als dass ein Punkt vom Gesetz wegfällt! – Ganz klar!

 

Auch die Menschen müssen sterben und vergehen.

Gottes Worte bleiben gültig allezeit.

Die das Evangelium nicht übersehen,

die vertrauen sich Gott an in Ewigkeit.

 

Es ist Gnade Gottes, eine Frau zu haben.

Gottes Segen liegt auf jedem Ehebund.

Doch die Menschen untergraben Gnadengaben.

Sie zerstören sich oft selbst den Untergrund.

 

Wo die Ehe bricht, da leiden viele Leute.

Mann und Frau und Kinder und noch viele mehr.

Das Gebot war jeher gültig, so auch heute.

„Brich die Ehe nicht!“ bleibt gültig, wie bisher.

 

Gott will Menschen vor dem Leiden gern beschützen.

Gottes Wille bleibt erkenntlich, gut und wahr.

Und erst recht will er die Schwächsten unterstützen,

die beim Bruch kein Stimmrecht haben offenbar.

 

Keiner ist gerecht vor Gott aus sich alleine.

Mit Vergebung können wir durchs Leben gehn.

Nur aus Gnade kommen wir mit Gott ins Reine, -

in der Ehe und wenn wir alleine stehn.

 

Evangelium ist durch den Herrn gekommen.

Nur durch Jesus geht die Gnade vor dem Recht.

Wer an ihn glaubt ist bei Gott schon angenommen.

Wer hier Buße tut, der ist vor Gott nicht schlecht.

LUKAS 16,14-18

 

 

LAZARUS UND DER REICHE MANN

 

Wer will heute noch auf Gott und Jesus hören?

Wer liest in der Bibel die Geschichten nach?

Wer lässt sich durch die Propheten heute stören?

Wen denn rütteln Bibelworte bei uns wach?

 

Auch wenn einer von den Toten auferstünde,

glaubt die Masse diesem Menschen trotzdem nicht.

Wenn er gleichzeitig mit Wundern Gott verkünde,

trotzdem machten viele für Gott dicht.

 

Vor zweitausend Jahren hat er propheziehen,

mit Geschichten und mit Bildern sagte er,

dass die satten Reichen sich dem Wort entziehen,

und sie kommen in den Himmel nur sehr schwer.

 

Jesus fing an dazu ihnen zu erzählen:
Es war einst ein reicher Mann mit sehr viel Geld.

Dieser konnte sich das schönste Essen wählen.

Seine Kleidung war aus Purpur hergestellt.

 

Alle Tage lebte er in hellen Freuden.

Alle Tage hatte er mehr als genug.

Wie er wollte konnte er sein Geld vergeuden.

Leinen liebte er bis hin zum Bettbezug.

 

Vor der Türe lebte Lazarus, ein Armer,

aß das, was vom Tisch des reichen Herren fiel,

war stets angewiesen auf den Allerbarmer,

lebte aus dem Müll, doch gab es da nicht viel.

 

An dem Körper hatte es sehr viele Wunden.

Die Geschwüre waren kein sehr schmuckes Kleid.

Täglich wurde er beleckt von fremden Hunden.

So ging das, bis Gott ihn rief aus dieser Zeit.

 

Als der Arme starb, da trugen ihn die Engel

in den Himmel, in den Schoß von Abraham.

Weich gebettet, ohne irgendwelche Mängel

in Zufriedenheit des Himmels er dort schwamm.

 

Auch der Reiche starb und wurde gut begraben.

In der Hölle schlug er seine Augen auf.

Zwischen Höll‘ und Himmel lag ein tiefer Graben.

Sein Gejammer stieg zu Abraham hinauf.

 

„Ich seh Lazarus in deinem Schoße sitzen.

Schick ihn zu mir, dass er mir in meiner Qual

meine Zunge kühle mit den Fingerspitzen,

diese Hitze hier ist echt katastrophal.

 

Lass ihn etwas Wasser zu mir ´rüberbringen.“

bat er Abraham. Doch dieser sprach zu ihm:

„Lazarus kann gar nicht bis zu dir vordringen.

Über jene Kluft kommt man nicht legitim.

 

Du hast in dem Leben Gutes nur empfangen.

doch der Lazarus bekam nur Böses ab.

Ich will trösten ihn. Ihm ist so viel entgangen.

Deine Pein ist wie dein Reichtum - nicht zu knapp.

 

Zwischen dort und hier ist solch ein tiefer Graben,

dass von euch hinüber keiner kommen kann.

Deshalb kann der Lazarus dich auch nicht laben.

Selbst wenn er will, gibt es keinen Mittelsmann.

 

Doch der Reiche in der Hölle sprach: „Mein Vater!
Vater Abraham, schick ihn zu mir nach Haus.

Lass ihn sein für meine Brüder ein Berater.

Denn sie leben so wie ich in Saus und Braus.

 

Lass den Lazarus die Brüder alle warnen,

damit sie nicht kommen an den Ort der Qual.

Reichtum macht sie blind und will sie fein umgarnen.

Lazarus als Warner wäre ideal.“

 

„Nein!“ sprach Abraham, „sie haben die Propheten.

und sie können hören, was bei Mose steht!“

Doch der Reiche will den Abraham bekneten:

„Besser wär’ es, wenn ein Toter dorthin geht.“

 

„Nein!“ sprach Abraham, „sie werden ihm nicht glauben!

Hören sie auf Mose und Propheten nicht,

werden sie dem Auferstandnen nicht erlauben,

sie zu warnen; denn sie machen vor ihm dicht.“

LUKAS 16,19-31