KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 14

NOTFALL

 

Wieder mal an einem Sabbat,

wieder lauern sie ihm auf,

wiederum bei Pharisäern,

wieder antwortet er drauf.

 

Wieder mal war’n sie beim Essen,

wieder schauten sie auf ihn,

wiederum ging es um Heilung,

wieder wurd’ ihm nicht verzieh’n.

 

Da war einer wassersüchtig,

Herz und Nieren litten schwer.

Dieser stand nun hier vor Jesus.

Jesus kannte sein Begehr.

 

Und er spürte die Gedanken

von den Menschen drum herum.

„Darf man heilen an dem Sabbat?“

fragte er. Doch blieb es stumm.

 

Alle schwiegen auf die Frage.

Denn es war für alle klar,

dass – so wie sie es verstanden –

dies für sie verboten war.

 

Jesus aber hatte Mitleid,

war nicht herzlos, - so wie sie.

Er berührte nun den Kranken.

Was er tat war Therapie!

 

Mitten in der großen Runde

heilte er und ließ ihn geh’n.

Wieder tat er hier ein Wunder.

Keiner konnte das versteh’n.

 

Jesus spürte ihre Blicke

und Gedanken darin auch.

Deshalb stellte er die Frage:
“Sagt, wie ist es bei euch Brauch:

 

Fällt am Sabbat in den Brunnen

euer Ochse oder Kind, -

wer würd’ nicht zu Hilfe eilen,

würde helfen ganz geschwind?“

 

Keiner gab ihm eine Antwort,

denn die Antwort war ganz klar.

Würde einer jetzt was sagen,

wär’ ihr Irrtum offenbar.

 

Gottes Heil für Leib und Seele,

braucht man wie das täglich Brot.

Ob beim Essen oder Heilen:

Liebe hilft aus aller Not.

LUKAS 14,1-6

 

 

DER BESTE PLATZ

 

So wie sie auf Jesus schauten,

sah auch er zu ihnen hin.

Er beobachtete bestens

ihre Taten, ihren Sinn.

 

Wie sie drängelten und schoben,

jeder wollt’ den besten Platz.

Jeder wollte oben sitzen.

Wie beim Jagen gab’s die Hatz.

 

Deshalb sagte er ein Gleichnis

zu den Oberen im Land,

zu den angeseh’nen Leuten,

zu dem Volk, das um ihn stand:

 

„Stell dir vor, du bist geladen

auf ein großes Hochzeitsfest.

Dann setz dich nicht gleich nach vorne,

denn sonst gibt es schnell Protest.

 

Stell dir vor, da ist noch einer,

der ist vornehmer als du,

und der Herr, der euch geladen,

kommt in dem Moment herzu.

 

Er wird kurz und bündig sagen: 

‚Gib den Platz für diesen Mann!’

Du dagegen sitzt mit Schande

nun ganz unten am Tisch dran.

 

Bist du also eingeladen,

setz dich auf den letzten Platz.

Kommt dann der, der dich geladen,

sagt er zu dir diesen Satz:

 

‚Lieber Freund! Setz dich nach vorne,

rücke näher an mich `ran!’

Das gibt Ehre, das schafft Nähe.

Du bist angesehen dann.

 

Es wird der erniedrigt werden,

der sich selber höher stellt.

Doch wird jeder Ehre finden,

der sich demütig verhält.“

 

Jesus wandte sich an jenen,

der ihn selbst geladen hat:

„Machst du noch einmal ein Essen,

findet noch mal ein Fest statt,

 

dann lad nicht die reichen Nachbarn,

Freunde und Verwandte ein

und auch nicht nur deine Brüder,

 - das ist noch kein Selig-Sein.

 

Diese können’ s dir vergelten,

laden dich zu ihrem Fest,

können Dankbarkeit erweisen,

und ihr bleibt im gleichen Nest.

 

Lade Blinde und auch Lahme

und Verkrüppelte zu dir.

Bitte einfach doch die Armen

in dein Haus zu kommen hier.

 

Diese können dir nicht geben,

was du Gutes ihnen tust,

nicht einmal erkenntlich zeigen,

sind schon dankbar für den Knust.

 

Doch dich wird man selig finden

Und vergolten wird es dir.

Wenn Gerechte auferstehen

treffe ich dich dann bei mir.“

LUKAS  14,7-14

 

 

DAS GROSSE ABENDESSEN

 

Große Tafel, gutes Essen

und der Tisch war hübsch gedeckt.

Auch die Suppe und die Soße

waren schon fein abgeschmeckt.

 

Als der Hausherr guter Laune

gibt den Gästen noch Bescheid.

Ja, sein Diener soll nur sagen:

Kommt, es ist alles bereit!“

 

Alle waren  längst zuvor schon

eingeladen zu dem Fest

Deshalb lässt er sie abholen:

"Kommt, seid fröhlich, singt und esst!“

 

Doch die Gäste hatten alle

eine Ausrede parat.

So berichtete der Diener

seinem Herrn das Resultat.

 

Einer sagte: „Ach, das passt nicht,

denn ich kaufte mir ein Haus.

Und um mir das anzuschauen

muss ich gleich dorthin hinaus.“

 

Einer sagte: „Nein, ich kann nicht!

Ach, es tut mir schrecklich leid.

Ich bin noch in Flitterwochen.

Und so bin ich nicht bereit.“

 

Und ein andrer sprach vom Auto,

welches er gebraucht gekauft.

Das müsst er jetzt ausprobieren,

ob es fährt oder nur schnauft.

 

Einer sagte: „Wie denn? Jetzt schon?

Ist das wirklich denn schon heut?

Heute g’rade passt es gar nicht.

Sonst hätt’ es mich sehr gefreut.“

 

Und dann war da noch der eine,

dem es gar nicht peinlich war,

der noch nicht mal die Tür öffnet.

Hinterm Fenster schaut er zwar.

 

Ziemlich sauer war der Hausherr,

denn das hätt’ er nicht gedacht

von den Freunden, von den Gästen,

dass sie das mit ihm gemacht.

 

Zornig sprach er zu dem Diener:
„Geh hinaus in unsre Stadt.

Geh auf Plätze und in Gassen,

wo es wirklich Arme hat.

 

Lade Krüppel, Blinde, Lahme,

lade alle Armen ein.

Herzlich sind sie mir willkommen!
Sie soll’n meine Gäste sein!“

 

Und der Diener, wie befohlen,

geht und lädt sie zu dem Fest.

Viele freuen sich und kommen.

Keiner ist dadurch gestresst.

 

Doch der Knecht bemerkt zum Hausherrn:
„Noch ist Platz in unserm Saal.

Und das Essen ist längst fertig.

Noch gibt’s Plätze im Lokal!“

 

„Na, so lauf schon!“ sagt der Hausherr.

„Geh hinaus und lade ein

an den Hecken und den Zäunen,

nötige sie nur herein.

 

Ich freu mich auf diese Gäste,

denn sie nehmen sich die Zeit,

um mit mir das Fest zu feiern.

Ach, ich bin die andern leid.

 

Keiner derer, die zum Essen

ursprünglich geladen war’n,

sollen schmecken diese Mahlzeit,

denn sie haben es vertan.

 

Gäste, die sich freuen können,

Gäste, die hier glücklich sind,

sind die liebsten mir im Hause,

Frauen, Männer oder Kind.

 

Platz genug hab ich zu Hause!
Geh an alle Ecken `raus!
Mit Behinderten und Armen

werde voll mein ganzes Haus!“

 

Selig sind im Reiche Gottes,

wer dort isst das Lebensbrot!

Doch, wer keine Zeit für Gott hat,

der verkennt das Angebot.

LUKAS 14,15-24

 

 

KOSTENVORANSCHLAG

 

Viele Menschen folgten Jesus,

hörten seine Reden an

und erlebten große Wunder,

gingen gern mit diesem Mann.

 

Einst zu ihnen er sich drehte

und sprach ernst und legte dar:

„Wer mir folgen will muss wissen,

was das kosten wird, - ganz klar!

 

Wer von euch mal bauen möchte,

einen Turm oder ein Haus,

überschlägt zuerst die Kosten,

ob die Gelder reichen aus.

 

Geht dann nämlich einer pleite

und steht nur das Fundament,

lacht man voller Schadenfreude,

spottet noch in dem Moment.

 

Welcher Mensch will stecken bleiben?

Welcher kommt nicht gern zum Ziel?
Die Vollendung bringt die Freude,

war die Aufgabe auch viel.

 

Oder welcher König ließe

sich auf einen Krieg denn ein,

ohne vorher zu beraten:
Wie viel Mann zieh’n querfeldein?

 

Hat der andre Zwanzigtausend,

hab ich dann genügend Kraft,

wenn Zehntausend ich nur setze

oder endet’s grauenhaft?

 

Hat er nicht genügend Männer

und die Kampfkraft ist nur klein,

schickt er zu dem Gegner Boten

und setzt sich für Frieden ein.

 

Deshalb sage ich euch heute,

wem ich nicht so wichtig bin,

dass er andres außer acht lässt,

der folgt nicht im rechten Sinn.

 

Wer den Vater und die Mutter,

Frau und Kinder allemal,

seine Brüder und die Schwestern

und sich selbst nicht hasst total,

 

wem sie nicht zweitrangig werden,

wer sich nicht zurückstell’n kann,

der kann nicht mein Jünger werden,

der ist wahrlich nicht mein Mann.

 

Jeder muss dazu bereit sein

auch sein Kreuz zu tragen hier.

Sonst kann er nicht Jünger werden.

Auch durch Leiden folgt man mir.

 

Wer nicht lossagt sich von allem,

was er ist und was er hat,

kann sich nicht mein Jünger nennen.

So zu folgen macht nicht satt.

 

Ihr müsst vorher überlegen,

ob ihr wirklich folgen wollt.

Könnt ihr für mich dies aufgeben?

Wisst ihr wirklich, was ihr sollt?

 

Ihr sollt Salz der Erde heißen.

Salz, das reinigt und das würzt.

Salz wirkt Fäulnis hier entgegen.

Niemand nimmt es überstürzt.

 

Manchmal reicht schon eine Prise.

Salz macht haltbar und ist gut.

Hat es seine Kraft verloren,

man es in den Abfall tut.

 

Es dient nicht einmal als Dünger.

Es kommt auch nicht zum Kompost.

Nur zum Müll ist es zu werfen.

Es hilft auch nicht gegen Frost.

 

O! Wer Ohren hat, der höre!

Nehmt die Worte in euch auf.

Ihr sollt vorher überschlagen:
Was nehmt ihr für mich in Kauf?“

LUKAS 14,25-35