KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 13

UMKEHR ODER UNTERGANG

 

„Warum musste dieses hier geschehen?“

„Warum ich?“ so wird sehr oft gefragt.

„Du musst das als Gottes Strafe sehen.“

„Das ist deine Schuld!“ wird schnell gesagt.

 

Manche machen sich auch nie Gedanken,

nehmen alles, wie es so geschieht:

ob zweihundert in dem Meer versanken

oder ob man einen Mordfall sieht.

 

„Wisst ihr schon, was der Pilatus machte?

Der vergoss im Tempel Menschenblut!“

Diese Nachricht man zu Jesus brachte;

sie berichteten es voller Wut.

 

„Der Pilatus hat dort morden lassen

von den Galiläern ein paar Mann.

Und ihr Blut floss durch die engen Gassen,

mit dem Tierblut es sich mischte dann.“

 

Jesus fragte, was sie dazu dachten:
“Meint ihr, dass sie selber Schuld d’ran sind?
Tötet Gott sie, weil sie ihn missachten?

War’n sie schlimmer? Wie seid ihr gesinnt?“

 

Jesus wartete nicht trotz der Fragen.

Er gab selbst die Antwort: „Klares: Nein!

Trotzdem werdet alle ihr erschlagen,

wenn nicht Buße folgt hier allgemein.

 

Wisst ihr noch, wie achtzehn Menschen starben,

in Siloah, als der Turm umfiel?
Meint ihr, dass sie es mit Gott verdarben?
War denn sündiger ihr Lebensstil?

 

Nein! Oh, nein! – So dürft ihr gar nicht denken!

Doch wenn ihr nicht alle Buße tut,

sterbt auch ihr und nichts lässt sich einrenken.

Ihr kommt alle um; es fließt viel Blut.“

 

Jeder ist vor Gott ein großer Sünder.

Ohne Ausnahme sind alle schlecht.

Wie viel Böses sagen unsre Münder?

Gott und Menschen wird man nie gerecht.

 

Gott hätt’ Grund genug sie zu vergessen!

Menschen töten sich von ganz allein.

Auf die Kriege sind sie ganz versessen.

Tausend Sünden fallen ihnen ein.

 

Nicht um Gottes willen wird man sterben,

nicht weil einer mehr Schuld auf sich lud,

sondern weil wir selbst es uns verderben.

Keiner ist vor Gott gerecht und gut.

 

Buße heißt: vor Gott dies zu erkennen.

Buße heißt: trotzdem ihm zu vertrau’n.

Dann kann auch die Sünde uns nicht trennen,

denn wir können auf den Christus bau’n.

 

Sein Blut floss für alle unsre Sünden.

Er starb am Kreuz auch für unsre Schuld.

Denn er wollte Gott und Welt verbünden.

Stellt euch vor, er hätte nicht Geduld.

 

Deshalb können Nachrichten uns mahnen,

ob Naturereignis oder Mord,

dass wir einmal Gottes Größe ahnen

und auch unsre Sünden immerfort.

 

Doch hängt es nicht an der Sündenmenge,

ob und wann wir sterben, oder wie.

Solch Gedanken führen in die Enge.

Nur durch Jesus gibt es Amnestie.

LUKAS 13,1-5

 

 

DER FEIGENBAUM

 

Feigen schmecken süß und kernig,

frisch vom Baum sind sie Genuss,

munden herrlich auch getrocknet,

isst man ohne Überdruss.

 

Auch als grüne Marmelade

und mit Nüssen schmecken sie.

Selbst als Schnaps fein zubereitet

wecken sie viel Sympathie.

 

Jesus sagt dazu ein Gleichnis.

Er erzählt von einem Mann,

der in seinem Weinberg einen

Feigenbaum auch pflanzte an.

 

Doch nachdem er gut gewachsen,

bringt er dennoch keine Frucht.

Schon drei Jahre der Besitzer

ganz umsonst nach Feigen sucht.

 

Er geht hin zu einem Gärtner

und befiehlt ihm: „Hau ihn um!

Was raubt er dem Boden Kräfte.

Mach kein groß Brimborium.“

 

Doch der Gärtner wagt zu sagen:

„Warte, Herr, noch dieses Jahr.

Ich grab‘ um ihn, will ihn düngen.

Vielleicht ist er doch fruchtbar.

 

Vielleicht bringt er doch noch Früchte.

Geben wir ihm diese Zeit.

Ist es nicht so, hau ich ihn ab;

dann ist er Vergangenheit.“

 

Gott will Früchte an den Bäumen.

Manchmal braucht er viel Geduld.

Frucht des Geistes ist die Liebe.

Ohne Früchte bleibt es Schuld.

LUKAS 13,6-9

 

 

KRUMM UND GEBEUGT

 

Achtzehn Jahre lang gemartert.

Achtzehn Jahre lang schon krumm.

Achtzehn Jahre psychisch krank schon.

Oftmals fragt sie sich: „Warum?“

 

Tief gebückt unter den Sorgen,

ganz verkrümmt unter der Last,

krankgemacht durch böse Geister. -

Seelenkrankheit ist wie Knast.

 

Opfer ihrer eignen Psyche?

Spielball einer dunklen Macht?

Diese Krankheit drückt sie nieder.

Wie oft wurd‘ sie ausgelacht?

 

Wollte gern sich selbst aufrichten.

Doch nicht möglich war es ihr.

Wollte gerne fröhlich lachen,

ohne Buckel – wie ein Stier.

 

Eines Tages, Sabbatmorgen,

war sie in dem Gotteshaus,

stand sie in der Synagoge,

betete aus sich heraus.

 

Jesus war dort mit den Jüngern,

sah die Frau und rief sie her.

Er sprach ohne sie zu fragen:
„Frau sei frei von der Beschwer!“

 

Und er legte seine Hände

still zum Segen auf ihr Haupt.

Und sie richtet sich sogleich auf,

-        ach, wer hätte das geglaubt?

 

Endlich g’rade, endlich aufrecht,

endlich nicht mehr unterdrückt.

Sie pries Gott, sie lobt und dankte.

Sie ging nicht mehr tief gebückt.

 

Alle in der Synagoge

hatten dieses hier geseh’n.

Doch nicht Freude, sondern Ärger

macht sich breit durch dies Geschehn.

 

Ganz entrüstet sprach der Leiter,

weil der Herr am Sabbat heilt.

„Gottes Ordnung hat die Woche

in die Tage unterteilt.

 

An sechs Tagen soll man schaffen.

Jeder tue, was er mag.

Kommt an denen, lasst euch heilen,

nicht doch an dem Sabbattag.“

 

Jesus wurde darauf fuchtig:

„O Ihr Heuchler!“ – sagte er,

„Bietet ihr nicht Ochs und Esel

was am Sabbat zum Verzehr?

 

Löst ihr sie nicht von der Krippe

und führt sie zur Tränke hin?

Ist das Einhalten der Ordnung

wichtiger noch als ihr Sinn?

 

Wenn ihr sorgt für Ochs und Esel,

sollte dann nicht diese Frau

losgebunden von der Krankheit

frei sein auch im Körperbau?

 

Gott will nicht die Unterdrückten

durch Gesetz und durch Moral.

Aufzurichten in der Psyche

dient der Sabbat ganz genial.

 

Achtzehn Jahre lang gebunden,

teuflisch war die Krankheit hier!

Freut euch, wenn sie frei geworden,

freut euch endlich doch mit ihr!“

 

Alle in der Synagoge,

die sich gegen ihn gestellt,

schämten sich durch seine Worte,

waren schließlich nicht verprellt.

 

Freuten sich an Jesu Taten,

- herrlich war es, was man sah -,

freuten sich auch dass am Sabbat

Gottes Heil für sie geschah.

LUKAS 13,10-17

 

 

WACHSTUM

 

Alles hat ganz klein begonnen.

Gottes Reich in dieser Welt

hat an Größe erst gewonnen,

weil es anfangs klein ausfällt.

 

„Womit soll man das vergleichen?
Das Reich Gottes, - wem gleicht es?“
Jesus fragt, um zu erreichen,

dass wir nachspür’n dem Prozess.

 

„Es gleicht einem Senfbaumsamen,

den ein Mann im Garten sät.

Der wuchs schnell, die Triebe kamen.

Später er zum Baum gerät.

 

Zweige wuchsen, Blätter sprossen,

Vögel nisten in dem Baum.

Dieses Korn ist hochgeschossen.

Wenn du’s siehst, dann glaubst du’s kaum.

 

Ebenso kann ich vergleichen

Gottes Reich mit Sauerteig.

Das ist auch ein gutes Zeichen

und von Gott ein Fingerzeig.

 

Eine Frau nimmt Mehl zum Backen,

zwanzig Kilo ungefähr,

Sauerteig noch dazu packen,

mischt und mengt, dass alles gär.

 

Wenn sie wartet eine Stunde,

ist er sauer ganz und gar,

backt sie Fladen, viele runde,

haltbar und schmeckt wunderbar.“

 

So ist Gottes Reich zu sehen:

Anfangs war es noch ganz klein.

Doch es wächst und bleibt bestehen.

Immer größer wird es sein,

 

hat in Israel begonnen,

arm und klein in einem Stall,

hat an Kraft und Macht gewonnen;

Christus ist heut überall.

 

Jesus folgten wenig Leute,

klein war seine Jüngerschar.

Doch Milliarden sind es heute,

auf der ganzen Welt sogar!

 

Gottes Reich wächst immer weiter

und durchdringt die ganze Welt.

Viele werden Wegbereiter.

Gottes Licht uns hier erhellt.

 

Gottes Reich wird uns durchdringen

und erfüllen mit der Kraft,

will uns Gottes Segen bringen.

Jesu Heil wirkt dauerhaft.

LUKAS 13,18-21

 

 

TÜREN

 

Wie viel Türen stehen dir im Leben offen?

Und durch wie viel Tore wirst du jemals geh’n?

Wie viel hast du schon verschlossen angetroffen?

Welche Tür bleibt zu und du musst draußen steh’n?

 

Jesus kam auf seinem Weg durch viele Orte.

Um die Städte gab es Mauern ringsherum.

Nachts und abends ging man durch die enge Pforte,

streng bewacht war dieses Tor für’s Publikum.

 

Doch weil Jesus keine feste Bleibe hatte,

nahmen viele Menschen Jesus gastfrei auf.

Er fand um zu schlafen immer eine Matte.

Viele Türen öffneten sich im Verlauf.

 

So ist er Richtung Jerusalem gezogen.

Unterwegs, da sprach ihn einmal jemand an:
“Meinst du Gott ist nur sehr wenigen gewogen?

Meinst du, dass nicht jeder selig werden kann?“

Jesus sprach: „Ihr solltet richtig darum ringen!

Denn die Pforte zu dem Himmel ist sehr eng.

Vielen, die es wollen, wird es nicht gelingen.

Kämpft darum!“ – so sagte Jesus ziemlich streng.

 

Er begann von einem Hausherrn zu erzählen:

„Dieser feierte ein Fest in seinem Haus.

Er erwartete die Gäste in den Sälen.

Schließlich ging es los mit Saus und Braus.

 

Er schloss zu die Türen hinter seinen Gästen,

schrieb „Geschlossene Gesellschaft“ draußen dran.

Ungestört steigt gut die Stimmung auf den Festen.

Plötzlich klopften einige von draußen an.

 

Stellt euch vor, ihr seid die, die da draußen stehen.

Und ihr ruft nach drinnen: ‚Herr, mach uns doch auf!’

Und von drinnen heißt es: ‚Ich kann euch nicht sehen!

Ach, ich kenn euch nicht! Woher kommt ihr herauf?’

 

Weiter redet ihr durch die verschlossnen Türen.

Ihr wart schlicht zu spät, nicht rechtzeitig zum Fest.

Ihr versucht mit ihm noch ein Gespräch zu führen,

damit euch der Herr noch zu den Gästen lässt:

 

‚Weißt du nicht, wir haben mal mit dir gegessen?

Und in unsern Städten hast du mal gelehrt!’

Und von drinnen heißt es: ‚Habt ihr mich vergessen?

Nun kenn ich euch nicht. Bei mir seid ihr verkehrt!’

 

Durch die Fenster seht ihr alle Gäste sitzen,

eure Ahnen und Propheten auch dabei.

Ach, wie konntet ihr das Fest denn nur verschwitzen?

Ihr seid ausgeschlossen, drinnen sind sie frei!

 

Euch ist kalt! Ihr müsst mit euren Zähnen klappern.

Und zum Heulen ist euch innerlich zumut.

Es hilft nichts und niemand, auch nicht euer Plappern.

Und durch Weinen wird es auch nicht wieder gut.

 

Ja, so wird es sein auf Gottes großen Festen.

Überall kommen sie her aus Gottes Reich,

ob von Nord und Süden, Osten oder Westen.

Doch bleibt mancher draußen, wie in dem Vergleich.

 

Passt auf! Es sind Letzte, die die Ersten werden.

Und die Ersten werden ganz zuletzt dann sein.

Doch darüber nützen auch keine Beschwerden.

Gott bestimmt, wer geht zum Himmel, zu ihm ein.“

Jesus musste dabei an die Juden denken,

die sich sicher fühlten: Sie steh’n in dem Bund!

Denn durch ihre Selbstgefälligkeit verschenken

sie von Gott die Einladung und deren Grund.

 

In der Kirche gibt es auch die vielen Leute,

die sich denken, ihre Mitgliedschaft reicht aus,

die nicht leben wollen Jesu Worte heute,

die die offnen Tür’n nicht seh’n zu Gottes Haus.

LUKAS 13,22-30

 

 

ACH, JERUSALEM

 

Einige der Pharisäer kamen,

und sie sprachen: „Mach dich auf!

Von Herodes’ Seite wir vernahmen,

er würd’ dich gern töten. Also lauf!

 

Geh von hier weg! Es geht um dein Leben!“

Jesus sagte ihnen: „Dieser Fuchs!

Ihr könnt ihm als Antwort von mir geben,

dass ich mich nicht fürchte, trotz des Drucks!

 

Ich werd’ Menschen heilen, heut und Morgen,

und Dämonen treib’ ich weiter aus,

öffentlich geschieht’s und nicht verborgen,

und am dritten Tag bin ich zu Haus.

 

Heut und Morgen werd’ ich weiter wandern

und am dritten Tage ebenso.

Denn Propheten sterben nicht an andern

Orten als Jerusalem! Sagt wo?

 

Ach, Jerusalem! Ich will dir sagen:
Du erschlägst die zu dir sind gesandt.

Du kannst die Propheten nicht ertragen.

Alle sterben sie durch deine Hand.

 

Wie oft hab ich euch schon sammeln wollen,

so wie eine Henne Küken nimmt,

die sich unter ihre Flügel trollen.

Doch ihr lehnt mich ab, dreist und bestimmt.

 

‚Euer Haus wird euch zur Wüste werden!’

- das hat schon mal ein Prophet gesagt.

Wird der Tempel gleichgemacht der Erden,

spürt ihr dann, dass ihr vor Gott versagt?

 

Euch sag ich, Ihr werdet mich nicht sehen,

bis zu der Zeit bleibe ich euch fern,

bis ihr kommt und alle zu Gott flehen:

‚Lob sei dem, der kommt von Gott, dem Herrn.’“

LUKAS 13,31-35