KREUZREIM  

LUKAS  KAPITEL 11

 

HERR, LEHRE UNS BETEN!

 

Wenn ein König vor dir stände,

wie verhältst du dich vor ihm?

Wenn er voller Schuld dich fände,

was ist dann noch legitim?

 

Welche Worte wirst du sagen

zu dem Richter in dem Saal?

Stellt ein Seelenarzt dir Fragen,

redest du dann noch normal?

 

Wie wirst du mit Herrschern sprechen?

Plötzlich alles dir entfällt.

Wirst du vielleicht radebrechen

auch vor Gott, dem Herrn der Welt?

Oft schon sahen sie ihn beten,

häufig stand er ganz allein,

wenn die Worte zu Gott flehten,

morgens noch im Dämmerschein.

 

Ganz egal an welchen Orten,

überall, zu jeder Zeit,

suchte er nicht lang nach Worten,

sprach er mit Vertraulichkeit.

 

Einer seiner Jünger fragte: 

„Lehre uns doch beten, Herr!“

Daraufhin ihm Jesus sagte:

„Macht dazu kein groß Geplärr.

 

Wenn ihr betet, sollt ihr sprechen:

‚Vater!’ Sagt es einfach wie ein Kind.

Ihr braucht euch nichts abzubrechen.

Seid vertrauensvoll gesinnt.

 

‚Deinen Namen soll man ehren.

Deine Herrschaft richte auf.

Uns gib täglich zum Verzehren,

was man braucht zum Lebenslauf.

 

Und vergib uns unsre Sünden;

So vergeben dann auch wir.

Du willst Freiheit uns verkünden.

Wer vergibt, der dankt es dir.

 

Führe uns durch die Versuchung.

Von dem Bösen uns erlös!
Und bewahr uns vor Verfluchung!

Sei du selber uns nicht bös.’

 

Wollt ihr beten, mit Gott sprechen,

stellt ihn euch als Freund nur vor.

Jederzeit dürft ihr aufbrechen.

Gott ist immer für euch Ohr.

 

Wie in jener Anekdote,

als es klopft um Mitternacht.

„Lieber Freund! Leih mir drei Brote!“

rief es draußen aufgebracht.

 

„Zu mir ist Besuch gekommen.

Doch ich habe nichts im Haus!“

Hat der drinnen noch vernommen

und erkennt den Freund heraus.

 

Sollte der von drinnen sagen:

„Lieber Freund! Lass mich in Ruh!

Deinen Wunsch muss ich abschlagen.

Meine Tür, die bleibt heut zu!

 

Meine Kinder schlafen alle,

und ich selber lieg im  Bett.

Ich mach jetzt kein Türgeknalle!“ ?

 - Nein! Das wäre gar nicht nett.

 

Schon aus Freundschaft wird er geben,

was der andere noch braucht.

Unverschämtheit steht daneben,

weil der Lärm ihn ziemlich schlaucht.

 

Weil der Freund ihn so bedrängte,

gibt er mehr als der bedarf.

Wer bei Gott sich so anstrengte,

den der Herr noch nie verwarf.

 

Bittet ihn, so wird gegeben.

Suchet und ihr findet’s so.

Klopft an Mauern ihr soeben,

öffnet Gott sie irgendwo.

 

Welcher Vater gäb den Kindern

eine Schlange statt `nem Fisch?
Würde er es nicht verhindern,

statt dem Ei Skorpion zu Tisch?

Gebt ihr euren Kindern Gutes,

trotz dem, dass ihr sündig seid, -

mehr von Gott wisst, dass er tut es,

er ist gern dazu breit.

 

Wer ihn bittet, wird bekommen

Gottes guten heil’gen Geist.

Ihr habt es von mir vernommen:
betet kindlich, frei und dreist!“

 

Gottes Geist wird dich schon führen,

redest du mit Gott, dem Herrn.

Du wirst seine Hilfe spüren,

wirkt Gott-König dir auch fern.

LUKAS 11,1-13

 

 

ÜBER DIE DÄMONEN

 

Über Geister und Dämonen muss man sprechen.

Durch die bösen werden Menschen lahmgelegt.

Viele Leute an dem Teuflischen zerbrechen,

weil in ihnen sich Satanisches erregt.

 

In der Psyche gibt es abgrundtiefe Tiefen,

durch den Zeitgeist und durch Vorfahren geprägt.

Menschen werden Geister nicht los, die sie riefen.

Vorher hat man die Gefahr nicht abgewägt.

 

Immer wieder schludert man in Teufelskreise,

manchmal unbewusst und nicht durch eigne Schuld,

manchmal absichtlich und manchmal dummerweise,

auch durch Freunde und durch manchen schlechten Kult.

 

An den Folgen leiden sehr, sehr viele Leute.

Das Gewissen ist belastet, ihm geht’s schlecht.

Weil das krankmacht, trifft man sie bei Ärzten heute,

denn sie kommen nicht allein damit zurecht.

 

Wenn die Seele leidet, folgen Körperschmerzen.

Wo man Gott verlässt und sich von ihm getrennt,

spürt man dieses in der Tiefe seines Herzen’.

Doch Gott will dann heilen durch sein Sakrament.

 

Wenn die Menschen sich dem Christus anvertrauen,

wenn sie lösen sich von aller Teufelei

und mit Hilfe andrer geistlich sich erbauen,

dann erlöst sie Gott aus ihrer Sklaverei.

 

So geschah es damals schon zu Jesu Zeiten.

Er trieb einen bösen Geist aus; der war stumm.

Keiner, der es mit bekam, konnt’ das bestreiten,

denn der vormals Stumme sprach davon ringsum.

 

Doch weil sie sich dieses nicht erklären konnten,

meinten sie, er stünd’ mit Teufeln in dem Bund.

Dies war jenseits von gewohnten Horizonten.

„Da kann nur der Satan sein im Hintergrund.“

 

Andere verlangten von ihm noch mehr Zeichen.

Das war himmlisch, meinten sie, so soll es sein.

Jesus aber ließ sich nicht dazu erweichen.

Er ging nur mit klaren Worten auf sie ein:

“Sollte sich der Teufel selber hier vertreiben?
Wäre er dann mit sich selber nicht ganz eins?

Auch ein Staat, der uneins ist, wird sich zerreiben.

Wenn das Teufelsreich so wär, dann gäb’s bald keins.

 

Wenn Dämonen ich durch Gottes Hand vertreibe,

dann ist Gottes Reich hier mitten unter euch!

Bösen Geistern rückt der Herr der Welt zu Leibe.

Er will haben, dass den Satan ich verscheuch.

 

Wenn sich auch der Teufel wie ein Starker zeigte,

Gott nimmt ihm das ab, worauf er sich verließ.

Wenn sich auch das Satansreich schon weit verzweigte,

Gott ist stärker, was er eben hier bewies.

 

Wer nicht mit mir ist, der arbeitet dagegen.

Wer nicht mit mir sammelt, schadet und zerstreut.

Viele Menschen sind Dämonen unterlegen,

weil der Satan nur den Stärkeren noch scheut.

 

Manchmal kommen böse Geister immer wieder.

Wenn ein unreiner Geist ausgefahren ist,

so durchstreift er dürre Stätten, auf und nieder,

ruhelos schwebt er und findet alles trist.

 

Dann meint er: Ich will in mein Haus wieder kehren.

Wenn er kommt, so ist es aufgeräumt, geschmückt.

Sieben Geister bringt er mit, die davon zehren.

Und der Mensch wird dadurch schlimmer noch verrückt.“

 

Soweit ging die Rede Jesu zu Dämonen.

Doch da bleiben Fragen allemal.

Was kann uns vor bösen Geistern hier verschonen?

Hat der Mensch, den es betrifft, denn eine Wahl?

 

Pfarrer, Ärzte und auch viele Therapeuten

helfen Menschen, die so schwer belastet sind.

Für sie ist es schwer, die Ursachen zu deuten.

Wer zeigt hier den Weg aus diesem Labyrinth?

 

Wie kann man sich selber vor Dämonen schützen?

Wer treibt böse Geister gottesmächtig `raus?

Ganz bestimmt wird uns das Gottvertrauen nützen.

Vor Gebet und Glaube reißt der Satan aus.

LUKAS 11,14-26

 

 

GOTTES WORT IN SICH TRAGEN

 

Jesus ist auf ganz viel Ablehnung gestoßen.

Man sagt, dass er mit dem Teufel einig sei.

Andre lobten als Propheten diesen Großen.

Eine Frau im Volk sprach über ihn ganz frei:

„Selig ist die Mutter, von der du geboren.

Selig ist der Leib, der dich getragen hat.

Und die Brüste, die du sogst, sind auserkoren.

Glücklich muss die Frau sein, die dich machte satt.“

 

Jesus sprach darauf: „Ja, selig ist zu finden,

wer auf Gottes Wort hört und es in sich wahrt,

alle, die an Gottes Zusagen sich binden,

jeder, der es durch die Lebensart bejaht.“

 

Dadurch lobte er die Mutter und erklärte:

Sie trug Gottes Wort in sich und hat’s bewahrt.

Doch daneben er die Hoffnung aller nährte,

dass Gott sich den Hörenden selbst offenbart.

LUKAS 11,27+28

 

 

ZEICHEN

 

Menschen gab’s zu allen Zeiten,

die nur glauben, wenn sie sehn

Wunder, Heilungen und Zeichen,

- und am liebsten davon zehn.

 

„Kannst du uns ein Zeichen geben?

Zeige du uns deine Macht!“

so bedrängten sie ihn fordernd.

„Hast du uns was mitgebracht?“ –

 

fragten sie wie kleine Kinder,

denn sie wollten etwas sehn

davon dass er Gottes Sohn war.

Und sie wollten ihn versteh’n.

 

Manche Heilung, manches Wunder

hatten sie schon miterlebt.

Doch das machte sie fast süchtig,

weil das ihre Stimmung hebt.

 

Sie bekamen von den Wundern

und von Zeichen nie genug.

Und sie wollten überprüfen:

War es echt oder Betrug?

 

„O, dies Volk, o, diese Menge!

Böse ist es dies Geschlecht!
Es versteht nicht die Propheten.

Es versteht mein Wort nicht recht.“

 

sagte Jesus und ergänzte:

„Ihr kennt Jona, den Prophet,

der im Bauch des großen Fisches

mit Gott sprach ein Stoßgebet,

 

der dann später für die Leute

in der Großstadt Ninive

zu dem Zeichen Gottes wurde.

Alle schrieen ‚Ojemine‘.

 

Das, was damals der Prophet war,

das ist heut der Menschensohn.

Zeichenhaft und doch ganz deutlich

zeigt er euch Gott in Person.

 

Und die Königin von Saba

wird einst kommen zum Gericht,

wo Gott über alle Menschen

sein gerechtes Urteil spricht.

 

Sie wird dies Geschlecht verdammen.

Sie kam einst vom End‘ der Welt,

denn man hatte von der Weisheit

Salomons ihr viel erzählt.

 

Sie sah in ihm Gottes Zeichen.

Deshalb suchte sie ihn auf,

nahm die lange schwere Reise

für dies Zeichen gern in Kauf.

 

Jede Zeit hat ihre Zeichen.

Ihr seht mehr als Salomo.

Ihr seht mehr als nur den Jona.

Vor euch steht das A und O.“

 

Jesus redete und merkte:

dies Geschlecht versteht ihn nicht.

Es wird später erst im Himmel

ihn versteh’n im Weltgericht.

 

Nicht ein einzelnes der Wunder,

nicht die eine Heilungstat

wird die Leute überzeugen.

Immer heißt das Resultat:  

 

„Zeige uns mehr deiner Kräfte,

denn es könnte Zufall sein.

Du musst es uns schon beweisen,

zeig uns deinen Heil‘genschein.“

 

Jesus selbst ist Gottes Zeichen.

Er war Zeichen seiner Zeit.

Er ist wirklich der Sohn Gottes

und bleibt es in Ewigkeit.

LUKAS 11,29-32 

 

 

HIMMELSLICHT

 

Um die Welt zu versteh’n, braucht es Licht.

Denn in Dunkelheit siehst du sie nicht.

Ohne Licht wär sie finster und leer.

Ohne Licht gäb es kein Leben mehr.

 

Ganz im Anfang schuf Gott erst das Licht. –

So erzählt es der Schöpfungsbericht.

Jesus selbst nennt sich Licht dieser Welt.

Jeder Christ sie als Lichtpunkt erhellt.

 

Jesus sagt deshalb: Nehmt euer Licht

und verbreitet damit gute Sicht.

Stellt es nicht auf den Platz an den Rand,

denn sonst wird durch das Licht nichts erkannt.

 

Klar und gut siehst du nur durch das Licht.

Unterm Eimer, da nützt es dir nicht.

In der Ecke, im Winkel auch kaum,

denn von dort strahlt es nicht in den Raum.

 

Wodurch dringt in dich selbst Gottes Licht? -

Durch die Augen das Licht in dich bricht.

Deine Sicht brauchst du frei jederzeit.

Du gewinnst Überblick, siehst du weit.

 

Ist dein Auge trüb, siehst du kein Licht.

Du nimmst wahr nur, was nahe und dicht.

Du tappst unsicher tastend umher,

und die klare Erkenntnis fällt schwer.

 

Deshalb öffne die Augen dem Licht.

Du gewinnst durch das Licht Zuversicht.

Wer die Augen verschließt und nicht schaut,

sieht Gott nicht, weil er ihm nicht vertraut.

 

Deshalb öffne dich selber! Sei licht!

Durch Sein Licht siehst du in Sein Gesicht.

Die Erleuchtung trifft dich wie ein Blitz

Himmelslicht ergreift von dir Besitz.

LUKAS 11,33-36

 

 

WEHE, WEHE, WENN ICH PHARISÄER SEHE

 

Presbyter und Diakone,

Pfarrer, Mönche und auch Nonnen

sind in vielen Glaubensfragen

und im Leben sehr besonnen.

 

Oft sind es die frömmsten Menschen,

denen die Gefahren drohen

durch die Regeln blind zu werden,

durch die Ansprüche, die hohen.

 

Einfach glauben ist nicht einfach.

Man muss sich auch hinterfragen

und in Frage stellen lassen

und auch neue Wege wagen.

 

Nicht um Menschen bloß zu stellen,

sondern um davor zu warnen,

sagte Jesus viele Worte,

und um Falschheit zu enttarnen.

 

Einmal lud ein Pharisäer

Jesus ein mit ihm zu essen.

Jesus hat das Hände waschen

- wodurch immer – ganz vergessen.

 

Doch für fromme Pharisäer

waren zwingend diese Regeln,

ohne rituelles Waschen

sich bei Tisch nicht hinzuflegeln.

 

Jesus spürte seine Blicke

und das Wundern jener Leute.

Was sie dachten, was sie tuscheln

machte ihn für sie zur Beute.

 

„O!“ sprach er, „Ihr Pharisäer!

Außen rein sind eure Becher.

Außen sauber sind die Schüsseln.

Innerlich seid ihr Verbrecher.

 

Innen seid ihr voller Bosheit,

innen schmutzig und verkommen.

Gott schuf beides: Außen, Innen! –

Äußerlich seid ihr die Frommen.

 

Seid nicht scheinheilig nach draußen.

Seid Gott heilig tief von innen.

Gebt, was in euch ist, den Armen.

Reinheit werdet ihr gewinnen.

 

Ihr gebt immer euren Zehnten,

selbst von Kräutern und Gewürzen.

Gottes Liebe lasst ihr liegen

und sein Recht wollt ihr verkürzen.

 

Deshalb warne ich euch heute:
Gebt, was ihr bisher gegeben,

ohne anderes zu lassen!

Das ist nötig, um zu leben.

 

Und ich warne euch vor Ehrgeiz.

Ihr sitzt immer gerne vorne,

lasst euch auf der Straße grüßen, -

Ehrsucht weckt bei Gott den Zorne.

 

Ihr steht in den Gottesdiensten

vorne in der Synagoge.

Es geht euch nur um die Ehre.

Sie ist für euch eine Droge.

 

Wehe, wenn ihr andre ansteckt.

Ihr dürft niemanden verführen.

Viele meinen, ihr seid heilig.

Wehe, wenn sie euch berühren.

 

Das ist, wie wenn sie mit Toten

in Kontakt gekommen wären.

Doch sie konnten es nicht wissen,

dass sie Unreines verehren.“

 

Einer von den Schriftgelehrten

hat die Rede unterbrochen: 

„Meister! Willst du uns beschimpfen?

Uns trifft auch, was du gesprochen!“

 

„Ja!“ sprach Jesus darauf weiter.

„Es trifft auch Gesetzeslehrer,

die durch Regeln und Gebote

machen Menschen Leben schwerer.

 

Bis ins kleinste wird geregelt,

was die Menschen tun und lassen.

Ihr rührt selber keinen Finger,

wollt Entlastendes nicht fassen.

 

Heute baut ihr Monumente

und ein Denkmal für Propheten,

die durch eure Väter starben,

denn sie hatten Gott vertreten.

 

Doch ihr billigt deren Taten.

Ihr wollt mehr die Väter ehren.

Aus dem Töten der Propheten

zieht ihr leider keine Lehren.

 

Gott will noch einmal Propheten

Und Apostel zu euch schicken.

Werdet ihr in ihnen Weisheit,

Warnung und Gericht erblicken?

 

Ach, man wird auch sie verfolgen.

Dies Geschlecht wird manche töten.

Ihr bleibt in dem alten Denken.

Echte Buße wär’ vonnöten.

 

Gott wird Rechenschaft verlangen

für den Mord an den Propheten.

Vom Beginn der Welt bis heute

müsst ihr dies vor Gott vertreten.

 

Wehe euch, ihr Schriftgelehrten,

ihr wollt die Erkenntnis binden.

Nicht ihr selbst und auch nicht andre

können so den Schlüssel finden.

 

Könnt ihr nicht zu Gott gelangen,

muss er euch sein Reich verwehren,

steht ihr denen, die Gott suchen,

auch im Weg mit euren Lehren.“

 

Diese harten Worte Jesu

machten alle ungehalten

der Partei der Pharisäer,

der Kritik und Vorwurf galten.

 

Und auch die Gesetzeslehrer,

die er angegriffen hatte,

holten aus zum Gegenschlage,

packten ihn nun nicht in Watte.

 

Von der Zeit an war ihr Streben,

heftig auf ihn einzudringen,

ihn durch eigne, falsche Worte

zu entlarven, umzubringen.

 

Sie belauerten ihn täglich,

und sie stellten tausend Fragen.

Doch sie konnten aus dem Munde

nicht ein falsches Wort erjagen.

LUKAS 11,37-54